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Insolvenz von Bahn-Unternehmen : Es lief von Anfang an nicht rund

Ein Zug des Abellio-Konzerns auf der Strecke zwischen Essen und Duisburg Bild: mauritius images / Jochen Tack /

Abellio-Züge bedienen in Deutschland 52 Zugverbindungen. Die Insolvenz des Unternehmens stellt Landesregierungen vor Probleme – und könnte auch Pendler in Schwierigkeiten bringen.

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          Als der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) im Sommer 2016 die Verträge mit dem Verkehrsunternehmen Abellio, einem Tochterunternehmen der niederländischen Staatsbahnen, unterzeichnete, wurde mit im Voraus verteiltem Lob nicht gespart: Mit den Zügen von Abellio komme „eine der führenden deutschen Wettbewerbsbahnen“ auf die Strecken von Stuttgart nach Pforzheim, Tübingen, Heidelberg und die von Heilbronn nach Mannheim. Die Züge würden „ganz oben auf dem Qualitätsranking“ fahren.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.
          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Der grüne Verkehrsminister hatte für die neuen Verkehrsverträge hart gearbeitet, sie sollten ein wichtiger Zwischenschritt für die Verkehrswende sein. Hermann wollte zeigen, dass er die Qualität des Regionalverkehrs mit den neuen privaten Unternehmen deutlich verbessern konnte: moderne Züge, schnellere Verbindungen, hohe Pünktlichkeit. Ähnlich war die Situation vor sechs Jahren in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Mit insgesamt 3100 Beschäftigten bedienen Abellio-Züge 52 Zugverbindungen in Deutschland. Die Abellio-Insolvenz versetzt die Landesregierungen in Stuttgart, Düsseldorf und Magdeburg deshalb in Alarmstimmung.

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