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Streit über Lehrbefugnis : Ein Islamreformer, der nicht reformieren darf

Streitbar und umstritten: Der Islamdenker Abdel-Hakim Ourghi auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2015 Bild: INTERTOPICS/Horst Galuschka

Der Religionspädagoge Abdel-Hakim Ourghi hat sich in Freiburg einen Namen als liberaler Islamreformer gemacht. Doch plötzlich wird seine Lehrbefugnis nicht verlängert. Was ist geschehen?

          4 Min.

          „Ich kämpfe jetzt an zwei Fronten“, sagt Abdel-Hakim Ourghi. Wer den streitbaren Denker kennt, könnte meinen, das sei nach seinem Geschmack. Ourghi hat sich als liberaler Islamreformer einen Namen gemacht und ist darüber wiederholt mit konservativen Kreisen in Konflikt geraten. Er heftete vierzig Thesen zur Reform des Islams an die Tür einer Berliner Moschee, argumentierte gegen die Vorschrift zum Kopftuchtragen und berichtete jüngst über die antisemitische Sozialisierung in seinem Heimatland Algerien. Wenn man ihn nicht nur als Reformer, sondern als „Reformator“ des Islams bezeichnet, freut Ourghi sich.

          Christian Meier
          Redakteur in der Politik.

          Nun hat der 53 Jahre alte Theologe es aber nicht nur mit organisierten Verbänden von Muslimen zu tun, sondern – seiner Ansicht nach – auch mit einem Kontrahenten, der noch gefürchteter sein dürfte: einer von deutschen Bürokraten erdachten Rechtskonstruktion, der „Stiftung Sunnitischer Schulrat“. Ourghi spricht von einer verfassungswidrigen Konstruktion und von einem „massiven“ Eingriff in die Religionsfreiheit und das Selbstbestimmungsrecht der Glaubensgemeinschaften.

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