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Anschläge vom 11. September : Wie der Terror die deutsche Politik verändert hat

Einsatzbesprechung von Bundeswehrsoldaten in der Nähe von Kunduz in Afghanistan im September 2008 Bild: AP

In der deutschen Sicherheitspolitik sind die Folgen von 9/11 bis heute sichtbar. Und der Einsatz in Afghanistan hat eine ganze Generation deutscher Soldaten und Diplomaten geprägt.

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          Die Terroranschläge des 11. September 2001 auf New York und Washington haben auch in der deutschen Politik Folgen erzeugt, die teilweise bis heute wirken. Die Bundesregierung wurde von dem Ereignis vor zwanzig Jahren zwar unvorbereitet getroffen, aber sie war nicht ahnungslos. Der Bundesnachrichtendienst hatte am Nachmittag jenes Dienstags in Berlin eine Hintergrund-Informationsrunde mit Publizisten und Journalisten angesetzt – das Thema war die Ausbreitung des islamistischen Terrorismus, mit besonderem Augenmerk auf die Unruheregion des zentralasiatischen Fergana-Tals und auf die Rolle des Terrorführers Osama Bin Laden. Während des Treffens wurde der Präsident des Auslandsgeheimdienstes eilig aus der Runde gerufen und in einem Raum nebenan über die unfassbaren Ereignisse informiert. Nachdem der zweite Turm des World Trade Center von den Flugzeugentführern von Al-Qaida attackiert worden war, endete die Veranstaltung in einem hastigen Aufbruch.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die von SPD und Grünen geführte Koalition reagierte mit außenpolitischen Beschlüssen und innenpolitischer Gesetzgebung auf die neue Sicherheitslage. Nachdem die NATO unter deutscher Billigung in Brüssel den Verteidigungsfall festgestellt hatte, beteiligten sich auch deutsche Soldaten am „Krieg gegen den Terror“, der zunächst in Afghanistan geführt wurde. Die neuen Anforderungen transformierten die Bundeswehr in schwerwiegender Weise. Ihr Wandel von einer Verteidigungsstreitkraft hin zu einer Einsatzarmee beschleunigte sich, der Dienst in Kabul und im Norden Afghanistans prägte eine ganze Generation von Offizieren.

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