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8. März : Berlin will Frauentag zum Feiertag machen

  • Aktualisiert am

Das Kalenderblatt vom 8. März, dem Internationalen Frauentag. Bild: dpa

Berlin gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen. Die Hauptstadt hat vier Tage weniger als etwa Bayern. Das soll sich ändern – möglicherweise schon im kommenden Jahr.

          Der Reformationstag hatte im gottlosen Berlin von Anfang an wenig Chancen, auch wenn die Berliner Wirtschaft sich ausdrücklich dafür aussprach, weil er in Brandenburg Feiertag ist. Nun haben die Berliner Grünen sich bei ihrem Landesparteitag für den Frauentag entschieden. SPD und Linke hatten sich in der Hauptstadt schon vorher auf dieses Datum festgelegt.

          Der Weltfrauentag wurde zum ersten Mal am 19. März 1911 auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin in Deutschland und in den Nachbarländern begangen. Im geteilten Deutschland fand er vor allem in der DDR Beachtung.

          Damit der 8. März schon im kommenden Jahr arbeitsfrei sein kann und Berlin dann nicht nur neun, sondern zehn Feiertage hat (Bayern hat 13), muss jetzt ein entsprechender Antrag in das Abgeordnetenhaus eingebracht und beschlossen werden. Die Berliner CDU hatte sich für wechselnde Feiertage je nach aktuellen Jahrestagen ausgesprochen.

          „Gerade für Berlin ist dieser Tag der richtige“

          „Der Einsatz für Frauenrechte und Gleichberechtigung gehört zur grünen DNA“, begründete Grünen-Landeschefin Nina Stahr das Votum der Delegierten. SPD-Fraktionschef Raed Saleh ergänzte am Sonntag, der 8. März versöhne Frauen und Männer, Migranten und Nicht-Migranten, Ost und West. „Gerade für Berlin ist dieser Tag der richtige Tag.“

          Zuletzt hatten Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen einen weiteren gesetzlichen Feiertag eingeführt. Dort ist seit diesem Jahr der Reformationstag am 31. Oktober arbeitsfrei.

          „Wichtig ist für uns, dass der Tag politisch bleibt“, sagte die Grünen-Vorsitzende Stahr. „Solange Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht vollendet sind, werden wir Grünen am 8. März nicht nur feiern, sondern weiter auf die Straße gehen und für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen.“

          Saleh sagte: „Jeder begeht den Feiertag, wie er will.“ Wie am 1. Mai stehe es jedem frei, den Tag mit der Familie oder Freunden zu verbringen, oder sich an gesellschaftspolitischen Aktionen zu beteiligen.“ Sie will den Feiertag noch für 2019 einführen und deshalb am Montag mit Linken und Grünen sprechen. Ziel sei, den Gesetzentwurf am 13. Dezember in erster Lesung ins Abgeordnetenhaus einzubringen. Beschlossen würde der Feiertag dann voraussichtlich nach der zweiten Lesung am 24. Januar.

          Die Initiative zu einem zusätzlichen Feiertag war vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) ausgegangen. Er hatte jedoch Erwartungen gedämpft, es könne schon 2019 dazu kommen. So bräuchten Schulen, Kitas und Verkehrsbetriebe Vorlauf. Saleh sagte: „Ich kenne die Bedenken, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.“

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