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Einwanderung : 7000 Asylanträge von Albanern im Juli

Eine albanische Familie in der zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten Alfred-Fischer Halle in Hamm. Bild: dpa

Etwa zehn Mal so viele Albaner als vor einem Jahr haben im Juli Asyl in Deutschland beantragt. Unterdessen wächst die Kritik am Plan, Albanien, Montenegro und das Kosovo als sichere Herkunftsländer einzustufen.

          Immer mehr Asylbewerber kommen aus Albanien. Wie die F.A.Z. erfuhr, beantragten im Juli rund 7000 Albaner Asyl in Deutschland. Nach den Zahlen des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind das rund 1160 Anträge mehr als im Vormonat; im Juli 2014 waren es 766. Trotz der steigenden Zahlen von Asylbewerbern vom Westbalkan, die zuletzt fast die Hälfte aller Bewerber ausmachten, sprach sich der Sprecher der Arbeitsgruppe Migration und Integration der SPD-Bundestagsfraktion, Rüdiger Veit, dagegen aus, Albanien, Montenegro und das Kosovo als sichere Herkunftsländer einzustufen.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Es sei ein „Irrglaube“ anzunehmen, dass deswegen die Asylantragszahlen zurückgingen, sagte er der F.A.Z. Seit November 2014 gelten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Hercegovina als sichere Herkunftsstaaten. „Das haben wir schweren Herzens gemacht, geholfen hat es nichts“, sagte Veit. Eine Sprecherin des BAMF äußerte hingegen, die Zahl der Asylanträge aus diesen Staaten steige „deutlich langsamer“ als jene aus dem Kosovo und Albanien. In der SPD wird das Thema unterschiedlich bewertet. Die Parteispitze hatte sich jüngst offen für die Forderung der Union gezeigt, die Zahl der sicheren Herkunftsstaaten auszuweiten.

          Einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge bezeichnen es rund die Hälfte der Jugendlichen des Westbalkans als wahrscheinlich, dass sie ihr Land verlassen. Der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Volker Beck, machte dafür die EU mitverantwortlich. Europa müsse sich im Rahmen der EU-Nachbarschaftspolitik gezielt für Veränderungen einsetzen, sagte Beck. „Nur Geld hinzuschicken, so wie wir es heute machen, verstärkt allein die Korruption.“

          Die Integrationsbeauftragte der Unionsfraktion im Bundestag, Cemile Giousouf (CDU) forderte im Gespräch mit dieser Zeitung ein Einwanderungsgesetz, um Wege für legale Einwanderung zu verbessern. Auch müsse über neue Anwerbeabkommen diskutiert werden. Der Studie zufolge sind Jugendliche vor allem im Kosovo stark religiös geprägt. Nur wenige Jugendliche in der Region akzeptierten soziale und politische Vielfalt. Giousouf bezeichnete die Einstellungen als „Integrationshemmnis“.

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