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500 Millionen Euro : Laptops für Lehrer kommen spät

Ein Lehrer arbeitet am Laptop (Symbolbild) Bild: dpa

Schon im August sagte der Bund 500 Millionen Euro für Lehrer-Laptops zu. Erst jetzt haben alle Länder eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Vorher konnte das Geld nicht fließen.

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          „Die Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig. Prozesse sind oft sehr bürokratisch und dauern zu lange“, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel beim virtuellen Davos-Gipfel gesagt. Diese späte Einsicht lässt sich ohne Abstriche auf die digitale Infrastruktur der Schulen übertragen. Laptops für Schüler konnten nach langem Hin- und Her beschafft werden, Geräte für Lehrer immer noch nicht.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Obwohl der Bund beim Bildungsgipfel schon im August vergangenen Jahres 500 Millionen Euro für Lehrer-Laptops zusagte, einigte man sich mit den Ländern erst am 19. November auf eine Verwaltungsvereinbarung. Der Bund habe zügig gearbeitet, heißt es aus dem Bundesbildungsministerium.

          Nun dauerte es noch einmal gut zwei Monate, bis die Länder die Vereinbarung unterzeichneten. Das liegt offenbar daran, dass sich die Länder in bürokratischen Unterschriftsverfahren bei Verwaltungsvereinbarungen gegenseitig übertreffen und jedes Land anders vorgeht. Erst wenn alle Länder unterschrieben haben, setzt die Bundesbildungsministerin ihren Namen unter die Verwaltungsvereinbarung.

          Die meisten Kommunen haben die Leihgeräte für die Lehrer noch nicht angeschafft, weil die Mittel zwar schon aus dem Digitalpakt entnommen werden konnten, aber erst an diesem Donnerstag freigegeben werden. Noch im November hatte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) gesagt, sie hoffe, „dass nun bald flächendeckend Lehrer-Laptops aus dem Programm angeschafft werden können“.

          Kritik von Kipping

          Die Mittel dazu sollen aus dem EU-Wiederaufbaufonds genutzt werden. Damit sie möglichst rasch fließen könnten, „haben wir seitens der Bundesregierung zugesagt, diese Mittel zunächst vorzustrecken“, sagte Karliczek am Mittwoch in Berlin. Wenn die Lehrer Glück haben, stehen sie im Sommer zur Verfügung, wenn die Schulen hoffentlich wieder geöffnet sind und das Distanzlernen ein Ende hat.

          Die Unterzeichnung sei „in Wirklichkeit ein Offenbarungseid. Praktisch den gesamten Corona-Winter müssen die Lehrkräfte Fernunterricht bewältigen, ohne dass ihnen der Dienstherr passende Geräte stellt“, kritisiert die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping.

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