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Die letzte Kerze

Von ELISABETH NOELLE-NEUMANN
Das ist der Mettageraum, der Teil der Zeitungssetzerei, in dem es am stürmischsten zugeht. (Bildunterschrift aus dem Jahr 1943). Foto: Wolff & Tritschler

31.08.2018 · Vor 75 Jahren, am 31. August 1943, erschien die letzte Ausgabe der „Frankfurter Zeitung“. In den fast neunzig Jahren seit ihrer Gründung im Jahr 1856 war die FZ zu einer der angesehensten und einflussreichsten deutschen Zeitungen geworden, und das im In- wie im Ausland. Nun war „der Untergang der Freiheit in Deutschland besiegelt“, wie sich die damalige FZ-Redakteurin Elisabeth Noelle-Neumann (1916-2010) in einem Essay für das Ressort „Die Gegenwart“ im Juni 2002 erinnerte.

A ls die Frankfurter Zeitung im Sommer 1943 nach einem zehnjährigen Überlebenskampf verboten wurde, schien der Untergang der Freiheit in Deutschland besiegelt. Erst wenige Monate vorher waren die letzten „jüdisch versippten“ Redakteure entlassen worden, nun verstummte das einfache, klare Deutsch, die letzte Bastion der Unbeugsamkeit gegenüber den Machthabern und der Sprache des Unmenschen. Aber nicht für lange. Als der Krieg zu Ende war, gründeten ehemalige Redakteure nahezu überall in Deutschland neue Zeitungen und Zeitschriften. Walter Dirks' „Frankfurter Hefte“ etwa oder Benno Reifenbergs „Die Gegenwart“. 1949 entstand um Erich Welter herum die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Mehr als zwanzig Redakteure der FZ bildeten bald die Brücke vom Damals zum Heute. Elisabeth Noelle, frühere Leiterin des Instituts für Demoskopie Allensbach, war das letzte lebende Redaktionsmitglied der FZ. Sie hat ihre Erinnerungen an den Sommer 1943 erstmals festgehalten.

Diese letzten Wochen der Frankfurter Zeitung im Juli und August 1943 waren die schönsten Sommertage, an die ich mich in meinem Leben erinnere. Gleißender Sonnenschein. Wenn man, vom Frankfurter Hof kommend, vorbei an der Hauptwache und der Katharinenkirche in die Eschenheimer Gasse einbog, lag der Duft von Nelken über der Straße, eine Blumenhändlerin stand neben der anderen. Am Palais von Thurn und Taxis, gegenüber den Verlagshäusern der Frankfurter Zeitung gelegen, eilte ich vorbei zum Haupteingang, um pünktlich das Konferenzzimmer zu erreichen. Als ich eintrat, war der Raum noch leer.

Die Zeitungsseite der "Gass". Dahinter kommt das Tor Foto: Wolff & Tritschler

Ich brauchte fast eine halbe Stunde für die Durchsicht der Morgenzeitungen. Die Redaktion hatte mir, ihrem jüngsten Mitglied, die Aufgabe übertragen, am Beginn der Konferenz einen Überblick über den Inhalt der wichtigsten Zeitungen zu geben. Etwa eine halbe Stunde später, bis halb zehn, füllte sich der Raum. Neben mir saß Walter Dirks, rechts am Kopf des Tisches Friedrich Sieburg, am entgegengesetzten Ende der langen, grün bezogenen Tafel Erich Welter, der stellvertretende Chefredakteur. Der offizielle Chefredakteur im Sinne des von den Nazis erlassenen Schriftleitergesetzes war Rudolf Kircher, der seinen Wohnsitz, eigentlich in Berlin, zeitweise in Rom genommen hatte.

Günther Gillessen hat in seinem hervorragenden Buch „Auf verlorenem Posten. Die Frankfurter Zeitung im Dritten Reich“ geschrieben, daß eine solche Redaktion keine hierarchische Ordnung vertrug, der Vorsitzende der Konferenz war der Erste unter Gleichen.

Die Redaktionskonferenz der Frankfurter Zeitung war für alle, die sie miterlebt haben, eine der großen Erfahrungen. Es waren etwa vierzig Teilnehmer. Ich bekam von Erich Welter meinen Platz Anfang April 1943 angewiesen mit den Worten: „Sie sind die erste Frau, die an diesem Tisch Platz nimmt.“ Was sich dort zutrug, war für mich unfaßbar.

Die lebhaften, ausführlichen Diskussionen wurden geführt, als seien wir in einem freien Land: über Hitler, über den Stand des Krieges, über das, was von der Zukunft zu erwarten war. Offenbar waren alle Redaktionsmitglieder überzeugt, daß es keinen Judas im Raum gab. Für mein ganzes späteres Leben war es wichtig, hier zu lernen, daß nach zehn Jahren Terror ein solches Vertrauen zwischen Menschen möglich war, wie ich es damals in der Redaktion der Frankfurter Zeitung erlebt habe.

An der Stirnwand des Konferenzzimmers der FZ, in dem die Mitglieder der politischen Redaktion und des Feuilletons zusammenkamen, hing über dem Stuhl des Vorsitzenden bis zum Jahr 1938 ein Porträt des Gründers und Herausgebers Leopold Sonnemann. Es wurde durch die Deutschland-Karte des Insel-Verlags ersetzt. Nach dem Verbot der Zeitung wechselte der neue nationalsozialistische Betriebsleiter die Karte gegen das Bild Adolf Hitlers aus. Foto: Dieter Schirg/Wolff & Tritschler

Ich weiß nicht mehr, ob ein Protokoll geführt wurde, ein vollständiges Protokoll konnte es unmöglich sein. Aber selbst wenn es unvollständige Protokolle gab, so helfen sie heute keinem Historiker mehr; denn im letzten Kriegsjahr brannte der gesamte, vier Häuser umfassende Block der FZ nieder.

Benno Reifenberg, von dem die Redakteurin Margret Boveri einmal gesagt hat, er sei die Seele der Frankfurter Zeitung gewesen, Reifenberg hatte sich, schon lange bevor die Städte durch Luftangriffe zerstört wurden, vorgestellt, daß es so kommen würde. Viele Monate verwandte er am Anfang des Krieges darauf, das alte Frankfurt so vollständig wie möglich fotografisch festzuhalten.

Günther Gillessen hat beschrieben, wie man Hitler die Zeitung noch bis 1943 – so gut es ging – vorenthalten hatte bei der Vorlage der täglichen Pressemappe. Der im allgemeinen als „Reichspressechef“ titulierte Dr. Otto Dietrich, aber auch Goebbels hatten die Wirkung im Ausland im Auge. Dieser Nutzen überwog den Schaden, den eine so unabhängige Zeitung aus ihrer Sicht anrichtete – und der nach der Kalkulation der Zuständigen, also vor allem von Helmut Sündermann, dem Verantwortlichen für die tägliche Pressekonferenz in Berlin, sowieso als gering veranschlagt wurde.

An den Schaltern des Kassenraumes und der Anzeigenannahme drängt sich die Arbeit meist in den Morgenstunden zusammen Foto: Wolff & Tritschler

Dietrich war offenbar klar, daß die Sache an einem Faden hing. Und ein einziger Tag, an dem sich Dietrich einmal zu einer notwendigen Reise entschloß, genügte. Die Sache flog auf, Hitler entdeckte die Frankfurter Zeitung, bekam einen Wutanfall und ordnete die sofortige Einstellung an. Das war im April 1943, kurz nachdem ich meinen Dienst in Frankfurt angetreten hatte.

Hinter mir hatte ich schon anderthalb Jahre als Redakteurin bei der Wochenzeitung „Das Reich“, von der man heute liest, sie sei das Sprachrohr von Goebbels gewesen. Davon konnte nicht die Rede sein. Von den zwölf Redakteuren der Wochenzeitung war kein einziger Mitglied der NSDAP. Die meisten kamen von dem berühmten „Berliner Tageblatt“, das Ende Januar 1939 zum letzten Mal erschienen war.

„Das Reich“ war im Frühjahr 1940 auf Initiative des Propagandaministeriums gegründet worden, und zwar wiederum mit der Absicht, dem Ausland zu zeigen, wie falsch doch alle Beschreibungen der Verhältnisse in Deutschland seien. Der Anteil von Goebbels am „Reich“ beschränkte sich darauf, dass er den wöchentlichen Leitartikel schrieb und dafür 2000 Mark Honorar kassierte. In der Redaktionskonferenz ist er nicht erschienen.

  • Für eine schachmeisterliche Sonder-Vorführung ist der große Konferenzsaal bestimmt der passende Rahmen Foto: Archiv
  • Die Seiten des Illublattes werden mit größter Sorgfalt auf der von unten beleuchteten Mattscheibe des Montagetisches zusammengestellt Foto: Wolff & Tritschler
  • Auch das Stenobüro liefert konzentrierte Arbeit Foto: Archiv
  • Täglich wechselt der Lesestoff. Das bedeutet Leben im Haus Foto: Wolff & Tritschler

Persönlich habe ich Goebbels nie kennengelernt. Einer seiner Mitarbeiter mit Namen Schirrmeister bestellte mich im Frühjahr 1942 in das Propagandaministerium und teilte mir mit, der Minister wolle einen Beitrag zur Kriegsanstrengung leisten und sich von einem seiner drei Adjutanten trennen. Er, Schirrmeister, sei beauftragt, mich zu fragen, ob ich bereit sei, Adjutant von Goebbels zu werden.

Ich war völlig überrascht und erklärte, ich müsse es mir überlegen; gleich auf der Stelle zu erklären, daß ich das nicht wolle, war natürlich unmöglich. Erst lange Zeit später ging mir auf, daß Goebbels wahrscheinlich meine 1940 beim Verlag Diesterweg erschienene Dissertation „Meinungs- und Massenforschung in den USA. Umfragen über Politik und Presse“ kannte und sich vorstellte, daß ich für ihn Meinungsforschung in Deutschland organisieren könne.

Zu entscheiden, wie ich aus dieser Klemme wieder herauskommen könnte, blieb mir erspart, denn wenig später wurde ich krank mit einer Virusgelbsucht und brachte vier Monate im Krankenhaus in der Burgstraße, Nähe Zoo, zu, bis ich wieder aufstehen konnte.

Erst viel später habe ich verstanden, dass Goebbels glaubte, ich sei gar nicht krank, sondern hätte mich nur auf diese Weise versteckt.

Das zu glauben war naheliegend für ihn, denn – wie ich erst viel später erfuhr – so verhielten sich die Redakteure der Frankfurter Zeitung, wenn das Propagandaministerium sie wegen eines Artikels rügte und nach Berlin bestellt hatte. Dann gingen sie in Frankfurt ins Krankenhaus und legten sich ins Bett.

Die frisch gegossene Rundplatte geht zum Nacharbeiten in den Tunnel Foto: Wolff & Tritschler
Aus der Druckmaschine fließt die fertige Zeitung Foto: Wolff & Tritschler

Nach vielen Monaten der Schreibpause erschien im November 1942 zum ersten Mal wieder im „Reich“ ein Artikel von mir, eine Doppelseite über Franklin D. Roosevelt. Als die ersten Andruckexemplare bei Goebbels eintrafen, kam ein wutentbrannter Telefonanruf zum Chefredakteur Mündler, der Roosevelt-Artikel sei sofort aus der Zeitung zu entfernen und durch einen anderen Artikel zu ersetzen. Mehr als 30.000 „Reich“-Exemplare mit dem Roosevelt-Artikel können es kaum gewesen sein. Der Artikel, der ihn auf der Doppelseite ersetzte, hatte den Titel „Seen und Wälder in Schleswig-Holstein“. Im übrigen ordnete Goebbels an, mir sei sofort fristlos zu kündigen mit Hausverbot.

Noch bevor mich diese Nachricht erreicht hatte, rief Paul Sethe von der Redaktion der Frankfurter Zeitung an, und da er mich nicht erreichte, erklärte er meinen Eltern – ich wohnte damals in meinem Berliner Elternhaus unmittelbar neben dem Botanischen Garten –, sie sollten sich keine Sorgen machen, die Frankfurter Zeitung werde mich schützen.

Zu dieser Zeit kannte ich keinen einzigen der Frankfurter Redakteure der FZ. Sethe teilte meinen Eltern mit, die Frankfurter Zeitung biete mir an, Redakteurin bei ihr zu werden. Als Eintrittstermin wurde später ausgemacht April 1943.

Das erste Gespräch führte ich mit Erich Welter. Er fragte mich, wieviel Zeit ich zum Schreiben brauche. „Zum Beispiel“, sagte er, „wieviel Zeit brauchen Sie, um einen Artikel zu schreiben zum Thema ,Wer lernt heute fremde Sprachen?'“ Ich überlegte und antwortete schließlich zögernd: „Drei Wochen.“ – „Dann passen Sie zu uns“, sagte Welter.

Mein erster Beitrag für die Frankfurter Zeitung war ein Porträt von Frau Eleanor Roosevelt. Kaum war er erschienen, gab es einen Riesenkrach in der Pressekonferenz, jetzt sei das Maß voll, ich erhielte ein sofortiges Schreibverbot und würde von der Schriftleiter-Berufsliste gestrichen.

Ein Schnurren, Klappern, Klingeln sondergleichen, wenn alle Maschinen des Setzersaals mit Hochbetrieb arbeiten Foto: Wolff & Tritschler
Die Korrektur braucht gutes Licht Foto: Wolff & Tritschler

1970 erhielt ich von dem während des Krieges im Berliner Büro der Frankfurter Zeitung für den Besuch der Pressekonferenz zuständigen Fritz Sänger – nach dem Krieg eine Reihe von Jahren Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg – einen Brief. Beim Ordnen seiner Papiere habe er ein Schreiben gefunden, das mich betreffe. Der Brief war in Berlin unter dem Datum vom 19. April 1943 an Dr. Welter geschrieben und unterrichtete die Redaktion in Frankfurt: „Lieber Herr Dr. Welter, wie ich heute schon kurz Herrn Dr. Haerdter und hier auch Herrn Dr. Scharp berichtete, hat sich in der Pressekonferenz die Angelegenheit mit Fräulein Noelle so abgespielt, daß Herr Ministerialrat Fischer am Schluß der Konferenz mehr geschäftlich als rügend mitteilte, daß in der ,Frankfurter Zeitung' vom Samstag ein Artikel erschienen sei ,Porträt einer Amerikanerin'. Er warne nachdrücklichst, dem Artikel nachzueifern und solche Gedankengänge vielleicht auch zu verbrechen. Es sei ein positiver Artikel über Frau Roosevelt über fast eine ganze Seite der Zeitung.

Nach der Konferenz sprach mich Ministerialrat Dürr an, mit dem ich einen gleichen Weg hatte. Dürr hat amtlich die Verfolgung von Verstößen und Vergehen zu überwachen. Er sagte mir, daß ein Verfahren gegen Frl. Noelle eingeleitet werde mit dem Ziel, sie aus der Berufsliste zu streichen. Zunächst werde sie bis zur Erledigung des Verfahrens ein Schreibverbot erhalten.

Auf meinen Einwand, daß ein solcher Artikel doch eigentlich nicht ausreichender Anlaß für eine solche harte Strafe sei, erwiderte er, daß Frl. Noelle bereits eine Liste aus ihrer Tätigkeit beim ,Reich' habe, die zeige, daß sie jegliches politisches Fingerspitzengefühl vermissen lasse. Die Anweisung sei vom Stellvertreter des Reichspressechefs, durch Herrn Sündermann, gegeben worden. Dürr wunderte sich, dass der Artikel auch in der Redaktion nicht angehalten worden sei. Ich möchte Ihnen dies nur zur Klärung des Sachverhaltes mitteilen.

Günther Gillessen schreibt: „Das Propagandaministerium leitete ein Berufsgerichtsverfahren gegen die Autorin ein, und eine Woche lang kämpften Hecht, Scharp und Welter in Berlin – erfolgreich – um die Einstellung des Verfahrens.“

Margret Boveri, sie war Redakteurin des „Berliner Tageblatts“, ehe sie zur FZ kam, hat einmal beschrieben, wie sie Benno Reifenberg in Frankfurt besucht hatte und ihn im Konferenzraum bat, sie doch in die Redaktion der Frankfurter Zeitung aufzunehmen. Aber Reifenberg hatte ihr erklärt, da gebe es keine Aussicht.

Als sie später doch Redakteurin der FZ wurde, erhielt sie am Rand des Konferenzzimmers einen Stuhl – wie auch zwei andere große Journalistinnen, die in den letzten Wochen vor dem Verbot der Zeitung nach Frankfurt gerufen worden waren, Irene Seligo aus Portugal und Lilly Abegg, die lange für die Frankfurter Zeitung aus China und Japan berichtet hatte. „Jetzt, mit dem sich unaufhaltsam nähernden Ende der Frankfurter Zeitung, holt sie ihre Kinder zu sich zurück“, erklärte Friedrich Sieburg.

Und nun, im April 1943, saß ich am Redaktionstisch der Frankfurter Zeitung und wurde auch schon wenige Wochen später beauftragt, nach einem der ersten Flächenluftangriffe auf Köln dorthin zu fahren und zu berichten. Eine unvergeßliche Fahrt auf einem Lastwagen über den Rhein.

Der Kölner Dom stand, aber Köln war so gut wie dem Boden gleichgemacht, Trümmer, Steine. „Wir sind im Gebirge und wissen's nicht mal“, sagte ein Mann neben mir. Ich begleitete die Mütter mit Kindern, die in einem Zug nach Schlesien geschickt wurden, und berichtete darüber in der Frankfurter Zeitung: „Fahrt in die ruhigen Nächte“. Wie mögen sie das Kriegsende in Schlesien erlebt haben?

Das Verdikt von Hitler, die Frankfurter Zeitung zu verbieten, war ausgesprochen, aber die Sache kam nur langsam voran. Erst Mitte August wurden alle in der Setzerei versammelt, Metteure, Sekretärinnen, Redakteure. Verlagsdirektor Hecht und Welter eröffneten uns, die Frankfurter Zeitung werde auf Befehl von Hitler eingestellt. Dann trat Friedrich Sieburg vor und überreichte jedem einzelnen einen Handzettel mit einem Trostgedicht: „Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren ...“, von Paul Fleming im Dreißigjährigen Krieg gedichtet.

Sieburg hatte schon in den letzten Wochen angefangen, Gedichte auf die erste Seite der Frankfurter Zeitung zu rücken. Eines begann: „Weißt du, wieviel Sterne stehen ...“, und es endete: „... kennt auch dich und hat dich lieb.“

Wer im Dritten Reich als Journalist in Deutschland gearbeitet hat, ist oft gefragt worden, warum er nicht lieber ausgewandert sei. Ich habe meinen Studenten in Mainz oft gesagt, niemand wisse, ob er nicht noch einmal unter Bedingungen der Unfreiheit arbeiten müsse. Falls es dazu komme, müsse man als Journalist bleiben.

Benno Reifenberg hat nach dem Krieg einmal zu Willi Bretscher von der „Neuen Zürcher Zeitung“ gesagt: „Als die Frankfurter Zeitung in Deutschland eingestellt wurde, war es, als würde in einem halbdunklen Raum die letzte Kerze ausgeblasen.“

PDF der Frankfurter Zeitung vom 31. August 1943
Frankfurter Zeitung vom 31. August 1943

Fast sieben Jahrzehnte begleitete die „Frankfurter Zeitung und Handelsblatt“ den Aufstieg der einstigen Freien Reichsstadt Frankfurt zu einem Wirtschafts- und Finanzzentrum. Die erste Seite der letzten Ausgabe vom 31. August 1943.

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Quelle: F.A.Z.

Veröffentlicht: 31.08.2018 07:28 Uhr