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30 Jahre nach dem Mauerfall : Mythen auf den Müll!

Nach dem Mauerfall: Das Brandenburger Tor am 10. November 1989 Bild: Barbara Klemm

Die Deutschen können den Mauerfall vor dreißig Jahren nicht vollkommen unbekümmert feiern. Ein unerhörter Glücksfall aber bleibt er.

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          Deutschland feiert den Sieg der Freiheit. Doch frei von Sorgen ist es dabei nicht. Dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer scheint die Kluft zwischen Ost und West eher größer zu werden, als zu schrumpfen. Den Umfragen nach wächst die Distanz der Ostdeutschen zu dem Staat, dem sie einst aus freien Stücken und mit einer gewissen Begeisterung beitraten. Das trifft im Westen auf Unverständnis: Wie kann man nur so geschichtsvergessen und undankbar sein!

          Doch wird, das ist das Erbe der alten Bundesrepublik, auch Selbstkritik geübt. Sind wir „Wessis“ vielleicht wirklich zu arrogant und dominant gewesen? Ist die Lebens- und Anpassungsleistung der Ostdeutschen ausreichend gewürdigt worden? Warum gelingt es uns Deutschen bloß nicht, die Geschichte vom Mauerfall mit dem Satz enden zu lassen: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann liegen sie sich noch heute in den Armen?

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