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30 Jahre Einheit : Deutschland feiert unter Corona-Auflagen

  • Aktualisiert am

Der ehemalige Grenzstreifen in Thüringen: Seit 30 Jahren ist Deutschland geeint. Bild: dpa

In Potsdam kommen am Tag der Deutschen Einheit die Spitzen des Staates, aber auch Bürger zusammen. Die Corona-Pandemie hat den früheren Planungen jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

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          Zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit sind in vielen Orten Deutschlands Feiern geplant - der zentrale Festakt in Potsdam steht in diesem Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie. Tausende Gäste werden am Samstag in der Stadt erwartet, wegen der Hygiene- und Abstandsregeln können aber nur 130 Gäste beim ökumenischen Gottesdienst (10.00 Uhr) in der Kirche St. Peter und Paul und 230 Gäste beim Festakt (12.00 Uhr) in der Metropolishalle in Babelsberg dabei sein. Dazu werden unter anderem die Spitzen des Staates und Ehrenamtler erwartet, die zu Bürgerdelegationen der Länder gehören. Geplant waren ursprünglich 680 Besucher in der Kirche und 1250 Gäste in der Halle.

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird beim Festakt die Hauptansprache halten. Gastgeber der Feiern ist Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als amtierender Präsident des Bundesrates. Für die musikalischen Akzente in der Metropolishalle wollen Roland Kaiser, Mia, Mark Forster und das Filmorchester Babelsberg sorgen. Die Sängerin und Schauspielerin Anna Loos führt durch das Programm, Fernsehmoderator Günther Jauch interviewt Gäste aus Ost und West. Das ZDF überträgt den Gottesdienst live, die ARD den Festakt.

          Die Polizei will mit rund 2500 Beamten zur Einheitsfeier im Einsatz sein. Mehrere Demonstrationen sind angemeldet, darunter wollen Beschäftigte des Schaeffler-Werks Luckenwalde laut IG Metall vor der Halle demonstrieren. Der Auto- und Industriezulieferer will Stellen abbauen, für das Werk Luckenwalde ist auch ein Verkauf denkbar.

          Auch in Dresden und Magdeburg wird gefeiert

          Nicht nur in Potsdam wird der Jubiläumstag gefeiert. In Dresden kommt der sächsische Landtag zu einer Feierstunde zusammen. In Magdeburg in Sachsen-Anhalt ist ein Konzert mit den Musikern und „Tatort“-Schauspielern Jan-Josef Liefers und Axel Prahl samt Bands geplant. Im Grenzort Mödlareuth an der Grenze von Thüringen und Bayern sind unter anderem ein ökumenischer Gottesdienst und eine Bürgerberatung zur Sichtung von Stasi-Akten vorgesehen.

          Zahlreiche Chöre und Kirchengemeinden in Deutschland wollen um 19.00 Uhr zeitgleich zur Erinnerung an die friedliche Revolution Lieder singen. Bei der Aktion unter dem Motto „Deutschland singt“ stehen zehn Lieder aus Ost und West auf dem Programm. Ab 18.45 Uhr ist ein Livestream von der Nikolaikirche in Leipzig mit Zeitzeugen geplant.

          Trotz bestehender Konflikte und Probleme hat sich einer neuen Umfrage zufolge die Zufriedenheit auf dem Gebiet der ehemaligen Bundesrepublik und auf dem der DDR teils deutlich erhöht. Mit Blick auf das Einkommen sind die Bürger vor allem in den ostdeutschen Bundesländern glücklicher als noch vor 30 Jahren. Das geht aus der Auswertung zweier repräsentativer Umfragen von 1991 und 2020 hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorgenommen hat und die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

          In Ostdeutschland äußerte sich demnach vor rund 30 Jahren lediglich jeder fünfte Befragte zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit seiner finanziellen Situation. In diesem Jahr war es nahezu die Hälfte der Teilnehmer aus ostdeutschen Bundesländern. In Westdeutschland zeigten sich 1991 rund 60 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden. 2020 äußerten sich nur noch 55 Prozent entsprechend.

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