https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/20-jaehriger-wegen-heidenau-ausschreitungen-verurteilt-15234753.html

Polizisten angegriffen : Knapp drei Jahre Haft wegen Heidenau-Ausschreitungen

  • Aktualisiert am

Polizeikräfte kesseln im August 2015 in Heidenau etwa 100 Randalierer ein, die gegen ein Notquartier für Flüchtlinge protestierten. Bild: dpa

Vor zwei Jahren hatte ein Mob im sächsischen Heidenau tagelang gegen eine Einrichtung für Asylbewerber protestiert. Ein Beteiligter wurde nun zu knapp drei Jahren Haft verurteilt.

          1 Min.

          Im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen vor zwei Jahren im sächsischen Heidenau ist ein junger Mann vom Amtsgericht Dresden zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 20 Jahre alte Mann soll für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis – wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, wie Landeskriminalamt Sachsen und Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mitteilten.

          Außerdem seien ihm weitere Straftaten wie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen worden. Das Urteil vom 29. September ist noch nicht rechtskräftig.

          Der junge Mann hat nach Überzeugung des Gerichts bei den Protesten gegen die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in einem ehemaligen Heidenauer Baumarkt Polizisten angegriffen. Er warf Gegenstände in deren Richtung, mehrere Beamte wurden dabei verletzt.

          Der Beschuldigte, der in Untersuchungshaft ist, konnte den Angaben nach durch zahlreiche Hinweise, Fotos und Videos sowie Zeugenaussagen eindeutig identifiziert werden. Am 21. August 2015 hatte ein Mob unter Beteiligung vieler Neonazis in Heidenau vor dem früheren Baumarkt randaliert. Drei Nächte in Folge kam es zu Ausschreitungen. Etwa 30 Polizisten wurden verletzt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Demonstration in Frankfurt an der Oder am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit

          Deutsche Einheit : Der Trugschluss über den Osten

          Die „Zeitenwende“ nach Putins Angriffskrieg trifft die östlichen Bundesländer ungleich härter. Den dortigen Protest muss man als Teil der gesamtdeutschen Wirklichkeit verstehen.
          Putin tritt auf dem roten Platz bei einem „Jubelkonzert“ zur Annexion der vier ukrainischen Gebiete auf

          Die Lage in der Ukraine : Für Putin gewonnen, im Felde zerronnen

          Moskau arbeitet das Annexionsprogramm einträchtig ab. Wegen der militärischen Lage mehrt sich derweil die Kritik an der militärischen Führung – unterhalb des Präsidenten. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit wächst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.