https://www.faz.net/-gpf-92j7l

Polizisten angegriffen : Knapp drei Jahre Haft wegen Heidenau-Ausschreitungen

  • Aktualisiert am

Polizeikräfte kesseln im August 2015 in Heidenau etwa 100 Randalierer ein, die gegen ein Notquartier für Flüchtlinge protestierten. Bild: dpa

Vor zwei Jahren hatte ein Mob im sächsischen Heidenau tagelang gegen eine Einrichtung für Asylbewerber protestiert. Ein Beteiligter wurde nun zu knapp drei Jahren Haft verurteilt.

          1 Min.

          Im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen vor zwei Jahren im sächsischen Heidenau ist ein junger Mann vom Amtsgericht Dresden zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 20 Jahre alte Mann soll für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis – wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, wie Landeskriminalamt Sachsen und Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mitteilten.

          Außerdem seien ihm weitere Straftaten wie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen worden. Das Urteil vom 29. September ist noch nicht rechtskräftig.

          Der junge Mann hat nach Überzeugung des Gerichts bei den Protesten gegen die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in einem ehemaligen Heidenauer Baumarkt Polizisten angegriffen. Er warf Gegenstände in deren Richtung, mehrere Beamte wurden dabei verletzt.

          Der Beschuldigte, der in Untersuchungshaft ist, konnte den Angaben nach durch zahlreiche Hinweise, Fotos und Videos sowie Zeugenaussagen eindeutig identifiziert werden. Am 21. August 2015 hatte ein Mob unter Beteiligung vieler Neonazis in Heidenau vor dem früheren Baumarkt randaliert. Drei Nächte in Folge kam es zu Ausschreitungen. Etwa 30 Polizisten wurden verletzt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Neue Leitungen braucht das Land.

          Subventionen der Regierung : Gefangen im Verwaltungsdickicht

          Die Regierung gibt mehr Geld aus denn je. Doch sie versäumt, mit einfachen Mitteln Bürokratie einzusparen, sagen Kritiker. Und die Planungsbeschleunigung? Verzögert sich.
          Burak Yilmaz (32), Pädagoge, im Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie in Duisburg

          Junge Migranten : Was gehört zu Deutschland?

          Das Dirndl? Die Shisha-Pfeife? Die Juden? Junge Migranten aus Duisburg sprechen mit einem Sozialarbeiter über Identität und Geschichte. Und warum der Holocaust zur Diskussion über heutige Werte führt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.