https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/15-kilometer-radius-in-hotspots-an-der-corona-leine-17140804.html

15-Kilometer-Radius : An der Corona-Leine?

  • -Aktualisiert am

Eingeschränkt: Auch in Sachsen-Anhalt gilt ein Bewegungsradius von 15 Kilometern in Corona-Hotspots. Bild: ZB

Der 15-Kilometer-Radius mutiert zum Aufregerthema. Die kaum zu kontrollierende Regelung wird nur wirken, wenn sie von der Bevölkerung freiwillig angenommen wird.

          1 Min.

          Liegt halb Deutschland demnächst an einer der Kanzlerin angeblich von einer Virologin eingeflüsterten „Corona-Leine“? Der keineswegs bundesweit geltende Radius von 15 Kilometern in Infektions-Hotspots ist nicht nur in der Boulevard-Presse zum Aufregerthema mutiert wie Monate zuvor schon das von vielen als lebensfremd empfundene Beherbergungsverbot.

          Dabei war es das im Sommer so gut wie gar nicht, aber jetzt umso schwerer vom Virus getroffene Sachsen, das schon im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 die Bewegungsfreiheit seiner Bürger im Notfall auf ihr engeres Wohnumfeld begrenzte. Nur so ließen sich die Kontakte und damit die Infektionen deutlich reduzieren, lautete das Argument auch damals. Die Präzisierung auf einen Umkreis von 15 Kilometern zum Wohnort entsprach einem Gerichtsurteil, das den Radius mit Blick auf Sport- und Freizeitaktivitäten definierte. Und der in Ballungsgebieten wie Berlin vernünftigerweise erst ab Ortsschild gilt.

          Ob diese Regelung tatsächlich die Ausbreitung der Infektionen eindämmt, hängt entscheidend von der Akzeptanz in der Bevölkerung ab. Denn flächendeckend etwa durch Straßensperren kontrolliert werden soll diese Vorschrift nicht, wie die Polizei in Sachsen schon ankündigte. Wasser auf die Mühlen von „Querdenkern“ wäre das Erstellen von Bewegungsprofilen von Bürgern durch Erfassen ihrer Handy-Daten, wie es der Vertreter eines Kommunalverbandes vorschlägt. Auch so lässt sich Aufregung schüren.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Erdoğan warnt Russland

          Ukraine-Krise : Erdoğan warnt Russland

          Die Türkei fürchtet, dass das Schwarze Meer ein „russisches Meer“ werden könnte und unterstützt daher die Ukraine. Dennoch bietet Erdoğan an, zu vermitteln.

          Moskau unzufrieden mit US-NATO-Brief Video-Seite öffnen

          Ukraine-Krise : Moskau unzufrieden mit US-NATO-Brief

          In der Ukraine-Krise hat Moskau auf das Schreiben aus Washington mit Enttäuschung reagiert: Russland begrüßt die Gesprächsvorschläge, kritisiert aber, dass der Brief „keine positive Antwort auf die Hauptfrage“ enthalte - nämlich die gewünschte „Unzulässigkeit einer weiteren NATO-Osterweiterung“.

          Topmeldungen

          Hamburg: Ein Airbus-Transportflugzeug vom Typ Beluga fliegt im Landeanflug auf das Werksgelände in Finkenwerder über ein riesiges Containerschiff.

          Milliardär Gianluigi Aponte : Das Meer ist nicht genug

          Gianluigi Aponte, Gründer des Weltmarktführers MSC, greift mit der Lufthansa nach dem Nachfolger der Airline Alitalia. Nicht nur in der Seefahrt hat er seine Finger im Spiel. Wer ist der diskrete Milliardär?