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100 Tage Große Koalition : Zusammenarbeit in der SPD könnte besser sein

  • Aktualisiert am

Insgesamt zufrieden: Müntefering, Platzeck, Struck Bild: dpa/dpaweb

Die SPD-Führung hat in Berlin Bilanz nach 100 Tagen großer Koalition gezogen und ihre Ziele benannt: Die Partei will 2009 stärkste Kraft werden und „den Kanzler oder die Kanzlerin“ stellen. Doch es gab auch Selbstkritik.

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          Pünktlich zum Karnevals- oder Faschingssamstag hat die SPD-Führung in Berlin Bilanz nach hundert Tagen großer Koalition gezogen und ihre Ziele benannt. Die SPD wolle 2009 stärkste Partei und Fraktion werden „und dann den Kanzler oder die Kanzlerin stellen“, sagte der Parteivorsitzende Matthias Platzeck. Eine Kanzlerkandidatin nannte er nicht. Er stellte aber klar: „Mein Projekt ist nicht die Fusion der beiden Volksparteien“.

          Der Fraktionsvorsitzende Peter Struck begründete seinen Vorschlag, Platzeck solle der Kanzlerkandidat sein, mit den Worten: „Ich finde Platzeck ja gut.“ Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering schloß seine eigene Kandidatur aus. Im Jahre 2009 sei er mehr als 67 Jahre alt und wolle zur Seite treten. Müntefering stimmte Platzeck zu, daß die Kanzlerkandidatur gar kein Thema sei.

          „Den ein oder anderen Schwenkvorgang“

          Platzeck und Müntefering gaben zu, daß sie noch besser zusammenarbeiten könnten. Zu Beginn einer neuen Konstellation sei es normal, „daß es noch den einen oder anderen Einschwenkvorgang gibt“, sagte Platzeck.

          Der Beleg dafür wurde mitgeliefert. Während Müntefering für die sozialdemokratische Forderung nach Mindestlöhnen keinen konkreten Betrag für einen Stundenlohn nennen wollte, schlug Struck 7,50 Euro vor.

          Diskussion um Rentenalter richtig

          Doch wollte Müntefering der Frage, wie es in der SPD mit der Zusammenarbeit funktioniere, nicht viel Bedeutung beimessen. Das sei „doch alles ein bißchen Pilcher“, sagte er mit Bezug auf die Autorin rührender Romane. Es sei normal, daß „einer mal stolpert und den Ball nicht voll trifft“, sagte Müntefering über seinen Alleingang in der Frage, das Rentenalter auf 67 Jahre heraufzusetzen. Richtig sei es dennoch gewesen.

          Daß Kanzlerin Merkel gut dastehe, „haben wir nicht aufzuhalten versucht“, sagte Müntefering. Struck äußerte, daß es mit den Auftritten Frau Merkels auf roten Teppichen genug sei und sie mehr in der Innenpolitik machen müsse.

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