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Ingrid Betancourt : Video soll Spekulationen um inszenierte Befreiung widerlegen

  • Aktualisiert am

Videobilder der Befreiungsaktion Bild: REUTERS

Das kolumbianische Militär dementiert das Gerücht, die Befreiung Ingrid Betancourts sei nur gestellt gewesen, da in Wahrheit 20 Millionen Dollar Lösegeld geflossen seien. Nun wurde eine Videoaufnahme der spektakulären Rettungsaktion veröffentlicht.

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          Kolumbiens oberster Militär, General Mario Montoya, veröffentlichte dramatische Videoaufnahmen von der Aktion „Jaque“ (Schach) vom vergangenen Mittwoch, mit der Ingrid Betancourt und 14 weitere FARC-Geiseln freikamen. Soldaten hatten sich als Mitglieder einer regierungsunabhängigen Organisation, als Journalisten sowie als Rebellen ausgegeben und die Geiseln an einem Hubschrauber erwartet, der sie zu einem vermeintlichen Treffen mit einer internationalen Kommission bringen sollte. Tatsächlich wurden die zwei Rebellen in der Luft überwältigt und die Geiseln waren frei.

          Mit der Veröffentlichung der Aufnahmen wollten die Streitkräfte einem Bericht des Schweizer Radiosenders RSR entgegentreten, die Freilassung der Geiseln, darunter drei Amerikaner, sei gegen die Zahlung eines Lösegeldes erfolgt und die spektakuläre Befreiungsaktion nach einer Täuschung der Rebellen frei erfunden. Betancourt selbst glaubt nicht an gestellte Szenen: „Das, was ich miterlebt habe, kann keine Inszenierung gewesen sein“, sagte sie.

          Gefesselt wird Ingrid Betancourt zum Hubschrauber geführt

          Falsche Journalisten halten alles im Bild fest

          Die bei ihrer Befreiung gemachten Aufnahmen stammten von einem Kamerateam, das aus Mitgliedern der kolumbianischen Sicherheitsdienste zusammengesetzt gewesen sei, die sich als Journalisten ausgegeben hätten, sagte Montoya weiter. „Wir haben die Zeit des Wartens genutzt, um (durch die falschen Journalisten) das Vertrauen der Rebellen“ zu gewinnen, sagte der General. Die Täuschung der Rebellen durch falsche Mitglieder einer regierungsunabhängigen Organisation und falsche Journalisten dürfte künftige Aktionen extrem erschweren, weil dabei bisher fast immer unabhängige Organisationen und auch Journalisten als Sicherheitsgarantie für die Rebellen teilgenommen haben. Für die unabhängigen Organisationen und für Journalisten dürfte es künftig noch gefährlicher werden, in Kolumbien zu arbeiten.

          Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, wie die vermeintlichen Journalisten versuchen, die beiden später festgenommenen FARC- Kommandanten zu interviewen. „Nur eine Frage, bitte“, ist die Stimme eines der verkleideten Journalisten zu hören, aber der FARC- Kommandant sagt, das sei gegen die Regeln. Außerdem werden die mit Plastikbändern gefesselten Geiseln, darunter auch Betancourt, gezeigt, wie sie zu einem wartenden weißen Hubschrauber geführt werden. Einige der Geiseln verlangen aufgeregt, interviewt zu werden. Im Hintergrund stehen bewaffnete Rebellen.

          20 Millionen Dollar wäre ja billig

          Eine weitere Szene zeigt die Ungläubigkeit, Überraschung und dann das Lachen der Geiseln, als ihnen in dem bereits fliegenden Hubschrauber nach der Überwältigung der zwei mitreisenden Rebellen eröffnet wird, dass sie gerade befreit worden sind. Betancourt weint vor Erleichterung und eine der kolumbianischen Geiseln schreit immer wieder: „Zehn Jahre Warten, zehn Jahre Warten“.

          Verteidigungsminister Manuel Santos wies den RSR-Bericht zurück, es sei ein Lösegeld von 20 Millionen Dollar (12,6 Millionen Euro) gezahlt worden. „Das wäre ja billig gewesen. Wir hatten den FARC schon 100 Millionen geboten, und sie haben das abgelehnt“, sagte er. US-Präsident George W. Bush sei schon vergangene Woche über den bevorstehenden Befreiungsversuch informiert worden, weil es auch um drei Amerikaner gegangen sei, sagte Santos weiter.

          Nicht nur logistische Hilfe der Amerikaner

          Die Vereinigten Staaten hätten auch Hilfe geleistet, indem sie in den weiß lackierten Armeehubschrauber ein Gerät für Notsignale einbauten. Es hätten sich auch nicht näher bezeichnete amerikanische Flugzeuge in der Luft über dem Einsatzgebiet befunden, so wie das schon bei anderen Geheimaktionen der Fall gewesen ist, fügte Santos hinzu.

          Die Franko-Kolumbianerin Betancourt war am Freitag nach Paris geflogen. „Ich verdanke Euch alles, ich verdanke Euch mein Leben“, sagte Betancourt am Freitag im Élysée-Palast in Paris, wo sie vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, seiner Frau Carla und zahlreichen Unterstützern begeistert empfangen wurde. Frankreich habe vor allem dazu beigetragen, dass das kolumbianische Militär auf eine gewaltsame Befreiung verzichtet habe.

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