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Duma-Wahl in Russland : Doppelgänger für den Sieg

Arbeiter übermalen ein Bild des inhaftierten Kreml-Kritikers Nawalnyj. Bild: AP

Russlands Machthaber wollen den Erfolg bei der Duma-Wahl sichern. Mit Tricks und Unterdrückung gehen sie gegen die Opposition vor. Die kann aber doch einen Erfolg vorzeigen.

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          Von diesem Freitag bis Sonntag wird ein neues russisches Unterhaus gewählt. Zu neu soll die Duma aus Sicht des Kremls aber nicht sein. Die Machtpartei Einiges Russland, die seit 2016 eine Dreiviertelmehrheit der 450 Mandate hält, soll ihre Stellung gegenüber den Kommunisten und zwei weiteren Parteien behaupten. Doch ihre Umfragewerte sind stark gesunken, auf 25 bis 30 Prozent. In einigen Wahlkreisen hat Einiges Russland keine Kandidaten aufgestellt, unterstützt vorgeblich unabhängige Prominente.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Die Zentrale Wahlkommission beteuert, die Konkurrenz sei hoch, und preist ihre Wahlen. Dabei sind Dutzende Oppositionspolitiker und Aktivisten ins Exil geflohen. Im Feldzug gegen Mitstreiter des inhaftierten Oppositionsführers Alexej Nawalnyj wurde zahlreichen Russen die Kandidatur verboten. Am Mittwoch konnten Nawalnyjs Leute dennoch Empfehlungen für 225 Duma-Wahlkreise und für zugleich stattfindende Wahlen in 39 Regionen veröffentlichen. „Kluges Abstimmen“ heißt ihr System, das die aussichtsreichsten Kandidaten gegen Einiges Russland ermittelt haben will. In der Mehrzahl sind es die der Kommunisten.

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