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In Iran befreite Reporter : Handschlag mit Ahmadineschad

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Die Bilder Westerwelles mit Präsident Ahmadineschad stören seine Neuerfindung als Rechtsstaats-Exporteur. Doch was hätten die iranischen Reformer oder die deutschen Reporter davon, wenn er nicht geholfen hätte, Iran ein Faustpfand zu entwinden?

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          Selten konnten Bundesaußenminister von einer Reise greifbare Ergebnisse mitbringen. Beliebt waren sie trotzdem. Nur Guido Westerwelle hat bisher keinen Amtsbonus kassiert. Da wäre ihm noch vor wenigen Tagen die Einladung wie gerufen gekommen, zwei deutsche „Geiseln“ aus Iran zu „befreien“. Nun aber stören die Bilder des Handschlags mit Präsident Ahmadineschad seine Neuerfindung als Rechtsstaats-Exporteur: Die freundlichen Worte, die er am Samstag an den Tyrannen von Teheran richtete, wollen nicht so recht zu dem Plädoyer passen, mit dem er sich in Brüssel für eine stärker an der Demokratie ausgerichtete Nachbarschaftspolitik ins Zeug legt. Doch Westerwelle musste diesen Preis bezahlen, um den Landsleuten zu helfen - auch wenn die Reporter tatsächlich iranisches Recht brachen und sich der Schurkenjustiz naiv auslieferten. Nun fühlen sich die oppositionellen Exiliraner von Berlin verraten. Doch was hätten die Reformer oder die westlichen Atomunterhändler davon, wenn Westerwelle nicht geholfen hätte, Iran ein politisches Faustpfand zu entwinden?

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

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