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Atomwaffen in der Eifel : Das Dorf und die Bomben

Ein bisschen Idylle in all dem Protest. Die Fotos schoss Frank Röth. Bild: Frank Röth

In der Eifel lagern die letzten Atomwaffen auf deutschem Boden. Ein paar Friedensbewegte sind im Dauerprotest – und die Einwohner genervt.

          6 Min.

          Die Schilder, die am Maschendrahtzaun des Fliegerhorsts Büchel vor Schusswaffengebrauch warnen, werden bisweilen ignoriert. Doch zumindest an Tag 128 der Demonstrationen gegen die letzten Atombomben, die auf deutschem Boden lagern, hat der zivile Ungehorsam Pause. Für den Protest ist an diesem Sommertag Rainer Schmid zuständig, und der schwäbische Mitfünfziger demonstriert auf eine Weise, wie man es von einem Pfarrer erwarten würde: leise. Er steht einfach nur da, um sechs Uhr morgens, an einem Kreisverkehr vor einem Fliegerhorst in der Eifel, und in der Hand hält er ein drei Meter hohes Holzkreuz, auf dem in roter Schrift „Atomwaffen abschaffen – jetzt“ steht.

          Andreas Nefzger

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Das Kreuz solle daran erinnern, dass die Opfer von Atomschlägen leiden wie Jesus am Kreuz, sagt Schmid. Aber seine Botschaft findet nicht jeder einleuchtend. Einmal, erzählt Schmid, der das hier schon im vierten Jahr in Folge macht, immer für ein paar Tage am Stück, da habe einer geschrien: „Pass auf, dass du nicht auch bald am Kreuz hängst.“ Schmid kann aber auch andere Geschichten erzählen, die vom Eisverkäufer, der anhielt und ihm etwas spendierte, zum Beispiel.

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