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Debatte um Impfpflicht : Frist gegen Frust

Corona-Impfung in Erlangen Bild: dpa

Es gibt gute Gründe dafür, die Impfpflicht zeitlich zu befristen. Doch das Vorgehen, sollte es beschlossen werden, birgt auch Risiken. Impfgegner könnten versuchen, die Impfung hinauszuzögern.

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          Die Abgeordneten haben über wichtige Einzelheiten zu entscheiden, wenn der Bundestag demnächst über die Einführung einer Corona-Impfpflicht berät. Vieles wird davon abhängen, wie sie genau ausgestaltet wird. Eine zeitliche Begrenzung auf ein bis zwei Jahre, die der SPD-Politiker Dirk Wiese ins Spiel gebracht hat, könnte sich als sinnvoll erweisen. Die Abgeordneten ließen damit das Bemühen erkennen, der von manchen ungeliebten Maßnahme so weit wie möglich die Schärfe zu nehmen.

          Ausgemachte Gegner der Impfung werden sich davon nicht zu überzeugten Befürwortern entwickeln. Doch eine Befristung drückt das Ziel aus, ein akutes Problem so rasch wie möglich zu lösen, ohne darüber hinausgehende Regeln einzuführen. Eine Befristung würde außerdem Vorgaben der Justiz aufnehmen, die einschränkende Corona-Maßnahmen bisher am ehesten akzeptiert hat, wenn sie zeitlich begrenzt waren.

          Immerhin besteht kein Erkenntnisproblem. Mehr Impfungen sind der Schlüssel zum weitgehenden Ende der Pandemie. Gerade erst hat der Expertenrat der Bundesregierung das abermals betont. Ein Risiko der Befristung besteht darin, dass Unentschlossene die Regelung als zu zögerlich wahrnehmen könnten und dann versuchen, sich mit einer Verweigerung über die Zeit zu retten. Dem müsste der Gesetzgeber früh einen Riegel vorschieben, sollte er sich für dieses Modell entscheiden. Und verlängern kann man später immer noch.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

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