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Im Süden Syriens : Neue Flüchtlingswelle

So viele Menschen wie zu keinem anderen Zeitpunkt der vergangenen sieben Jahre auf Flucht: Aufnahme aus Daraa, im Süden von Syrien Bild: dpa

Mehr als 300.000 Menschen im Süden Syriens sind innerhalb der vergangenen zwei Wochen zu Binnenflüchtlingen geworden. Die neue Offensive zeigt, wie verlogen die vor einem Jahr vereinbarten „Deeskalationszonen“ sind.

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          Im Süden Syriens sind vor dem Krieg mehr Menschen auf der Flucht als zu jedem anderen Zeitpunkt in den vergangenen sieben Jahren. Die Offensive des syrischen Regimes, das von iranischen Milizen und der russischen Luftwaffe unterstützt wird, hat in den letzten zwei Wochen in den Provinzen Daraa und Qunaitra mehr als 300.000 Menschen zu Binnenflüchtlingen gemacht, also jeden dritten Einwohner. Sie kampieren ohne Schutz und Unterkunft an der Grenze zu Jordanien und nahe den Golanhöhen.

          Jordanien, wo bereits 670.000 syrische Flüchtlinge leben, kann jedoch nicht auch sie noch aufnehmen und hat seine Grenzen geschlossen. Die neue Offensive zeigt, wie verlogen die vor einem Jahr vereinbarten „Deeskalationszonen“ sind. Sie haben dem Regime die Gelegenheit gegeben, seine Truppen vorübergehend an anderen Orten einzusetzen. Nachdem sie den Damaszener Vorort Ghouta erobert hatten, waren sie frei für Daraa und Qunaitra, wo der Krieg nun eine neue Flüchtlingswelle ausgelöst hat und wo die Rebellen aus gutem Grund nicht bereit sind, ihre Waffen niederzulegen.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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