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Jasper von Altenbockum (kum.)

Windkraft und Energiewende : Habecks Stunde der Wahrheit

Robert Habeck auf seiner ersten Station: Hamburg. Bild: dpa

Um eine explosionsartige Vermehrung der Windkraft durchzusetzen, ist Robert Habeck auf die Länder angewiesen. Und auf sein Talent, der beste Sänger der Ampel zu sein.

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          Für Robert Habeck beginnt die Stunde der Wahrheit. Es sagt sich so leicht, dass zwei Prozent der Landesflächen mit Windrädern bestückt werden müssen. Daran führt zwar kein Weg vorbei, wenn der Energiebedarf in Deutschland klimaneutral und ohne Atomkraft gedeckt werden soll. Habeck will damit ernst machen, stößt allerdings schon vor seiner Inspektionsreise durch die Länder auf die Hürden, die auch der vielgescholtenen großen Koalition im Wege standen. Das sind im wesentlichen zwei: die Interessen der Landesregierungen und die europäische Rechtsetzung, auf die Deutschland nur indirekt Einfluss hat.

          In Bayern erwartet Habeck der härteste Widerstand, der sich von dem anderer Länder in der Sache aber gar nicht so sehr unterscheidet. In allen Fällen geht es um Mindest­abstände, um Naturschutz, um das Landschaftsbild und um die deshalb komplizierten Genehmigungsverfahren.

          Widerstand in Bayern

          In Bayern sind die Abstandsregeln nur besonders hart, jedenfalls für Leute, die fernab der Anlagen keine Belästigungen fürchten müssen. Pauschale Abstandsregeln werden sich nur dann vermeiden lassen, wenn andere Maßstäbe sicherstellen, dass sich auf dem Land nicht minder sorgenfrei leben lässt. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre außerdem, Länder und Kommunen weit stärker als bisher an der Wertschöpfung teilhaben zu lassen.

          Das allein wird nicht reichen. Der Goldstandard, den sich Deutschland zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie seit Jahren leistet, hat sich in der Energiepolitik als Bumerang erwiesen: Naturschutz frisst Klimaschutz. Die nötige Kehrtwende wird nicht nur den Roten Milan leiden lassen.

          Wenn sich Deutschland auf grünen Wasserstoff umstellen will, wird der Energiebedarf so sehr steigen, dass noch viel mehr nötig sein wird. Ganz abgesehen davon, dass jedes Windrad, um die Versorgung sicherzustellen, durch eine zuverlässige Quelle abgesichert sein muss. Habeck wird deshalb sein Talent, der beste Sänger der Ampel zu sein, noch oft ausspielen müssen.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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