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Innenministerium wehrt sich : Sprecher: Seehofer hat sich für die Richtigen entschieden

  • -Aktualisiert am

Das neu hochgeladene Bild der „Führungsmannschaft“ des Innenministeriums. Bild: BMI

Trotz Gleichstellungszielen werden Führungspositionen im Innenministerium nur mit Männern besetzt. Und nicht nur dort. Der Sprecher von Horst Seehofer sieht darin kein Problem – und lässt ein gelöschtes Bild wieder hochladen.

          Das Bundesinnenministerium hat auf einen Sturm der Entrüstung reagiert, der angesichts eines Fotos mit dem Spitzenpersonal des Innenministeriums in den sozialen Medien losgebrochen ist. Das bereits am vergangenen Freitag veröffentlichte Bild zeigte Horst Seehofer (CSU) zwischen seinen acht Staatssekretären, bei denen es sich ausnahmslos um Männer handelt. Das Bild war nach Ausbruch des Shitstorms prompt von der Webseite des Innenministeriums genommen worden. Ein Sprecher des Innenministeriums rechtfertigte am Mittwoch in der Bundespressekonferenz die Berufung der acht Männer. Das im Koalitionsvertrag ausgegebene Ziel, bis 2025 die Leitungspositionen im öffentlichen Dienst gleichberechtigt mit Frauen und Männern zu besetzen, liege in der Zukunft. Seehofer habe sich für die Personen entschieden, die aus seiner Sicht die Richtigen seien.

          Die Grünen-Politikerin Hannah Neumann hatte das Bild zum Anlass genommen, um auf Twitter auf die ungleiche Geschlechterverteilung mit dem Kommentar „Nicht meine Heimat“ hinzuweisen. Ihrem Proteste hatten sich zahlreiche weitere Nutzer angeschlossen.

          Empörte E-Mail an Kolleginnen

          Das Bundesinnenministerium hat das umstrittene Bild am Mittwoch unterdessen wieder veröffentlicht. Den Schritt begründete ein Sprecher gegenüber FAZ.NET damit, dass man mit der Veröffentlichung nicht der Kabinettsbefassung mit den Personalien vorgreifen wollte und auf dem Bild das alte Logo des Ministeriums zu sehen war. Inzwischen ist das Logo „Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat“ darauf zu finden.

          Nach Berichten des „Tagesspiegel“ hatte die Personalwahl für die drei parlamentarischen und fünf beamtete Staatssekretäre bereits intern eine hitzige Debatte ausgelöst. Die Gleichstellungsbeauftragte im BMI Maria Spetter soll eine empörte E-Mail an ihre Kolleginnen verschickt haben, in der sie die Besetzung der Führungsriege als „keine gute Nachricht“ bezeichnete.

          Neben dem Innenministerium finden sich auch im  CSU-geführten Verkehrsministerium ausschließlich Männer in Spitzenpositionen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) berief Stefen Bilger und Enak Ferlemann zu parlamentarischen und Gerhard Schulz und Guido Beermann zu beamteten Staatssekretären. Das Ministerium wollte sich auf Anfrage von FAZ.NET dazu nicht äußern.

          Gleichstellung in den meisten SPD-Ministerien

          Auch im CDU-geführten Wirtschaftsministerium gingen die drei zu vergebenden Posten der parlamentarischen Staatssekretäre alle an Männer. Die drei Stellen der beamteten Staatssekretären werden derzeit ebenfalls alle von Männern ausgefüllt, allerdings wurden diese von Peter Altmeier bei seinem Amtsantritt nur vorerst übernommen. Auf Anfrage teilte das Ministerium mit, dass in den kommenden Wochen diesbezüglich personelle Änderungen zu erwarten seien. Ob dabei ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis angestrebt wird, wollte eine Sprecherin nicht kommentieren.

          Anders sieht es da in SPD-geführten Ministerien aus. Im Finanz- und im Justizministerium wurden die Staatssekretärsposten jeweils mit zwei Frauen und zwei Männern besetzt. Im Familien- und im Arbeitsministerium wurden die Positionen mehrheitlich mit Frauen gefüllt. Die Personalauswahl der Unionsministerien wollte die SPD auf Anfrage aber nicht kommentieren.

          Das größte Ungleichgewicht in einem SPD-Ministerium lässt sich im Auswärtigen Amt feststellen. Heiko Maas besetzte seine zwei Staatssekretärsposten mit zwei Männern und unter seinen drei Staatsministern ist Michelle Müntefering die einzige Frau. In den übrigen Ministerien, außer dem Landwirtschaftsministerin von Julia Klöckner, findet sich mindestens eine Staatssekretärin in der Führungsetage.

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