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Honduras : Mitschuld am Scheitern

Bild: reuters

Auch die westlichen Regierungen von Washington über Madrid bis Berlin einschließlich der EU tragen eine Mitschuld an dem Scheitern der Verhandlungen im honduranischen Verfassungskonflikt. Venezuelas Präsident Chávez haben sie anscheinend wenig entgegenzusetzen.

          Wer immer im honduranischen Verfassungskonflikt auf den Faktor Zeit gesetzt hat, um die Machtansprüche des gewaltsam außer Landes gebrachten Präsidenten Zelaya zu schwächen, muss sich nach vier Wochen eines Besseren belehren lassen: Von Caracas aus hat Präsident Chávez nicht nur internationale Organisationen wie die UN und die OAS im Griff.

          Auch die westlichen Regierungen von Washington über Madrid bis Berlin einschließlich der EU sind zumindest öffentlich nicht von ihrer Haltung abgerückt, Zelaya müsse wieder in sein Amt eingesetzt werden. Damit tragen sie nicht nur eine Mitschuld an dem Scheitern der Verhandlungen in Costa Rica.

          Sie geben auch zu erkennen, wie wenig sie derzeit den hegemonialen Ansprüchen von Chávez und seinen Mietlingen von Morales über Correa bis Ortega entgegenzutreten gewillt sind.

          Der nächste regionale Konflikt ist indes schon programmiert. Kolumbien ist im Begriff, den Vereinigten Staaten die Nutzung von Militärflugplätzen zu erlauben. Mal sehen, wie lange Obama dann Toter Mann spielen kann.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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