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Holocaust-Gedenken : Putin warnt vor Geschichtsfälschung

  • Aktualisiert am

Wladimir Putin während seiner Rede zum Holocaust-Gedenken im Jüdischen Museum in Moskau. Bild: dpa

Wladimir Putin hat in seiner Rede zum Holocaust-Gedenktag vor Versuchen gewarnt, die Geschichte umzuschreiben. Für die Taten der Nazis gebe es „weder Entschuldigung, noch Vergessen“. Auch auf die Lage in der Ostukraine ging er bei der Gelegenheit ein.

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          Zum 70. Jahrestag der Befreiung des einstigen NS-Konzentrations- und -Vernichtungslagers Auschwitz hat der russische Staatschef Wladimir Putin vor Geschichtsklitterung gewarnt. „Jegliche Versuche, die Ereignisse zu vertuschen und zu verzerren sowie die Geschichte umzuschreiben, sind inakzeptabel und unmoralisch“, sagte Putin am Dienstag in einem jüdischen Museum in Moskau. Dort leitete er eine Gedenkfeier zur Auschwitz-Befreiung.

          Putin sagte, dass Versuche, die Geschichte umzuschreiben aus dem Verlangen heraus unternommen würden, die eigene Schuld zu verdecken. Für die Taten der Nazis gebe es „keine Verjährungsfrist“, so Putin weiter. Die historischen Fakten müssten weiter erinnert werden, insistierte der russische Präsident.

          Dazu zähle für ihn auch, dass das russische Volk am meisten unter den Nationalsozialisten gelitten habe. 70 Prozent der Soldaten in der Roten Armee seien Russen gewesen und diese hätten am meisten für den Sieg geopfert, so Putin. Damit spielte Putin auf Äußerungen des polnischen Außenministers Grzegorz Schetyna an, der vergangene Woche behauptet hatte, das Konzentrationslager Auschwitz sei von Ukrainern befreit worden.

          Auch auf den Krieg in der Ostukraine ging Putin in seiner Rede ein. So forderte er eine Rückbesinnung auf internationale Zusammenarbeit gefordert. „Die Gefahr eines Strebens nach Weltherrschaft (...) zeigt sich mit voller Wucht in der Ostukraine, wo Zivilisten kaltblütig erschossen werden“, sagte er. „Wir sollten gemeinsam (...) das Recht von Staaten auf ihren eigenen Weg der Entwicklung verteidigen“, betonte der Präsident. Außerdem warf er dem in der Ukraine teilweise als Volkshelden verehrten Stepan Bandera „und anderen Kollaborateuren“ vor, sich an der Auslöschung des jüdischen Volkes in der Ukraine beteiligt zu haben.

          Nach seiner Rede entzündete der russische Präsident zusammen mit dem Oberrabbiner Russlands, Berel Lazar,  schwarze Kerzen.

          Putin würdigte in seiner Rede auch den großen Beitrag des jüdischen Volkes im Kampf gegen den Faschismus. Eine halbe Million Juden hätten in der Roten Armee gekämpft und fast 200.000 seien gefallen. Mit dem Oberrabbiner Russlands, Berel Lazar, zündete er schwarze Kerzen an.

          In Auschwitz-Birkenau waren in den Jahren 1940 bis 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet worden, die meisten von ihnen Juden. Sowjetische Soldaten befreiten das Lager am 27. Januar 1945. Am Dienstagnachmittag findet vor Ort eine zentrale Gedenkfeier mit etwa 300 hochbetagten Überlebenden und zahlreichen Staatsgästen unter Leitung des polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski statt.

          Erwartet wurden unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck, sein österreichischer Kollege Heinz Fischer sowie die Präsidenten Frankreichs und der Ukraine, François Hollande und Petro Poroschenko. Putin lehnte eine Teilnahme inmitten der Ukraine-Krise hingegen ab. Wegen des Konflikts sind die Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen äußerst angespannt.

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