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: Hohe Freiheitsstrafen im Mordprozess Brunner

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ktr. MÜNCHEN, 6. September. Die Jugendstrafkammer des Landgerichts München I hat am Montag die beiden Angeklagten im Prozess um den Tod von Dominik Brunner zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Der 19 Jahre alte Markus S.

          ktr. MÜNCHEN, 6. September. Die Jugendstrafkammer des Landgerichts München I hat am Montag die beiden Angeklagten im Prozess um den Tod von Dominik Brunner zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Der 19 Jahre alte Markus S. wurde wegen Mordes an dem 50 Jahre alten Geschäftsmann und wegen Beihilfe zur versuchten räuberischen Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und zehn Monaten verurteilt. Der 18 Jahre alte Sebastian L. hingegen wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge und wegen räuberischer Erpressung zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

          Beide wurden nach Jugendstrafrecht verurteilt. Sebastian L. war zum Zeitpunkt der Tat 17 Jahre alt, Markus S. hingegen schon 18. Doch bei ihm sah das Gericht "erhebliche Reifeverzögerungen", die in seinem planlosen Leben ohne Abschluss und Ausbildung, jedoch mit viel Drogenkonsum sichtbar würden. Aber da noch "Entwicklungsmöglichkeiten" gegeben seien, habe man sich für eine Jugendstrafe entschieden. Beide Täter sind nach Ansicht des Gerichts voll schuldfähig.

          Die Vertreterin der Nebenklage zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Dass S. wegen Mordes verurteilt worden sei, sei den Eltern Brunners wichtig gewesen. Die Verteidigung von S. hingegen teilte mit, dass man Revision einlegen werde. Das kündigte auch die Verteidigung von L. an; dessen Strafmaß sei zu hoch.

          Das Gericht sah es als erwiesen an, dass S. und L. am 12. September 2009 zunächst dabei geholfen hatten, auf dem Münchner S-Bahnhof Donnersbergerbrücke mit einem Freund zusammen vier Schüler zu bedrohen und 15 Euro von ihnen zu fordern. Dabei soll Christoph T. der Haupttäter gewesen sein, der auch zwei Schüler geschlagen hatte, als diese das Geld nicht hergeben wollten. L. hätte ihn bei seinem Vorhaben mit Worten unterstützt, S. hingegen habe bei dieser Tat eher im Hintergrund gestanden, das Vorgehen aber gebilligt. In der S-Bahn bedrohten die beiden nach Ansicht des Gerichts dann weiterhin die Jugendlichen und hielten an ihrem Vorhaben fest, sie zu berauben. Brunner habe die Drohungen gehört und daraufhin die Polizei verständigt. Über Brunners Einmischung seien S. und L. derart erzürnt gewesen, dass sie letztendlich in Solln mit ausgestiegen seien. Auf dem Bahnsteig hätten sie dann so massiv auf Brunner eingeschlagen und ihn auch getreten, dass er an den Folgen des psychischen und physischen Traumas gestorben sei. Dabei sei sein vergrößertes Herz zwar Grund für den Herzstillstand gewesen, doch die Kausalität sei klar gegeben, urteilte das Landgericht.

          Dass Brunner den ersten Schlag führte, wertete das Gericht als Notwehr, da S. und L. drohend auf ihn zugekommen seien. Da Markus S. auch noch massiv auf Brunner eingetreten hatte, als dieser schon am Boden gelegen habe, wertete das Gericht dies als bedingten Tötungsvorsatz. Sebastian L. konnte indessen kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden. Auch habe er versucht, zum Schluss Markus S. zum Aufhören zu bewegen. (Weiterer Bericht Seite 2, siehe Deutschland und die Welt.)

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