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Papst-Besuch in Bangui : Ein Land in höchster Sicherheitsbereitschaft

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Der Flughafen von Bangui wurde von schwerbewaffneten Polizisten abgeriegelt. Bild: AP

In der Zentralafrikanischen Republik beendet der Papst seinen ersten Afrika-Besuch. Das von Gewalt erschütterte Land hat höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die Visite des Oberhaupts der Katholiken zu schützen.

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          Zur letzten Etappe seiner ersten Afrikareise ist Papst Franziskus am Sonntag in der Zentralafrikanischen Republik eingetroffen. Franziskus wurde am Morgen am Flughafen der Hauptstadt Bangui von Übergangspräsidentin Catherine Samba Panza begrüßt, wie ein AFP-Korrespondent beobachtete. Tausende Gläubige wurden auf Distanz zum Kirchenoberhaupt gehalten.

          Der zweitägige Papst-Aufenthalt in dem von Gewalt erschütterten Land wird von großen Sicherheitsbedenken überschattet. Aufgrund der anhaltenden Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen stand die letzte Etappe seiner Afrika-Reise lange auf der Kippe. Um den Schutz von Franziskus kümmern sich UN-Blauhelme sowie französische Soldaten und einheimische Polizisten.

          In Uganda hatte der Papst am Samstag eine Messe mit zehntausenden Gläubigen gefeiert. An einem Schrein in der Nähe der Hauptstadt Kampala würdigte er die christlichen „Märtyrer“ des Landes. Der Tod der jungen Katholiken und Anglikaner im 19. Jahrhundert lege Zeugnis von der „Ökumene im Blute“ ab, sagte der Papst vor mehr als 100.000 Gläubigen.

          In Uganda hatte der damalige König Mwanga 1886 viele junge Christen zum Tode verurteilt, die sich geweigert hatten, ihrem Glauben abzuschwören. Die Katholiken und Anglikaner wurden bei lebendigem Leibe verbrannt. Sie wurden 1969 heilig gesprochen. In Uganda sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung katholisch, etwa 30 Prozent bekennen sich zum anglikanischen Glauben.

          Der Papst war am Freitag in Uganda eingetroffen. Franziskus kam aus Kenia, wo seine erste Afrika-Reise am Mittwoch begonnen hatte.

          Erste Afrika-Reise : Kenia rüstet sich für Besuch von Papst Franziskus

          Geplant ist der Besuch einer Moschee

          Die Zentralafrikanische Republik war im März 2013 nach einem Putsch gegen Staatschef François Bozizé in eine Spirale der Gewalt gestürzt. Bei Kämpfen zwischen verfeindeten Milizen wurden tausende Menschen getötet und hunderttausende in die Flucht getrieben. Frankreich startete im Dezember 2013 einen Militäreinsatz in Zentralafrika, um die Gewalt zu beenden. Seit September 2014 ist in dem Land eine UN-Mission im Einsatz.

          Auf dem Reiseprogramm des Papstes steht unter anderem eine öffentliche Messe im Stadion von Bangui. Zudem will der Pontifex eine Moschee in einem der gefährlichsten Viertel der Stadt sowie ein Flüchtlingslager besuchen. Durch den Konflikt in ihrem Land hatten insgesamt 4,6 Millionen Menschen in Zentralafrika ihr Zuhause verloren.

          Die Menschenrechtsgruppe Amnesty International erklärte, sie hoffe auf einen Aufruf des Papstes zu mehr religiöser Toleranz. Franziskus könne mit seiner „großen moralischen Autorität dabei helfen, die Spannungen abzubauen, die zuletzt zu tödlicher Gewalt führten“.

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