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Frankfurter Zeitung 19.03.1919 : Der beschwerliche Heimweg der Orientkrieger

  • Aktualisiert am

General Werner von Frankenberg und Proschlitz, der während des ersten Weltkriegs im nahen Osten stationiert war. Hier mit abfahrenden Truppen. Bild: Picture-Alliance

Sie haben wohl den weitesten Weg nach Hause: die deutschen Soldaten, die im osmanischen Reich stationiert waren. Auf Luxus müssen sie bei der Heimreise verzichten.

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          N Berlin, 15. März. (Priv.-Tel.) Zur Zeit befinden sich die bisher bei Konstantinopel internierten deutschen Truppen auf der Heimfahrt nach Hamburg. Die Truppen sind auf den von der Entente dafür bestimmten Schiffen, alles kleine Frachtdampfer, ohne Heizung, bei ganz ungenügender Ventilation und ohne jeden Bewegungsspielraum eng zusammengepfercht. In der Hoffnung auf baldige Ankunft in der Heimat würden sie alle diese Unbequemlichkeiten aber gerne ertragen, wenn wenigstens einigermaßen ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen wären. Leider hat die Entente jedoch dieses Gebot der Menschlichkeit nicht beachtet.

          Der Angehörigenausschuß der deutschen Truppen am Schwarzen Meer und in der Türkei hat zuverlässige Nachrichten erhalten, daß zum Beispiel auf dem Dampfer „Kerkyra“, vermutlich auch auf den anderen Schiffen, Schwimmwesten gänzlich fehlen: die vorhandenen Rettungsboote reichen bei weitem nicht aus und können durch eine Anzahl Holzflöße nicht ersetzt werden. Es liegt auf der Hand, mit welchen Gefahren unter diesen Verhältnissen die Beförderung der Truppen auf den kleinen Schiffen durch die Biscaya und Nordsee verbunden ist. Eine derartige Fahrt, vor allem durch die Biscaya, muß vermieden werden. In Hamburg liegen seit Wochen geeignete Dampfer bereit, die nach Gibraltar entgegengesandt werden können, wenn die Entente die Ausreisegenehmigung erteilt.

          Der Angehörigenausschuß hat im Namen der vielen Tausend um das Schicksal ihrer Lieben schwer besorgten deutschen Familien die deutsche Waffenstillstandskommission gebeten, in Spa dringende Vorstellungen zu erheben, um die heimkehrenden Orientkrieger vor der ihnen drohenden Gefahr zu schützen. Die Entente sollte dem gewiß bescheidenen Wunsche der Angehörigen umso eher nachgeben, als für ihre eigenen Gefangenen, soweit diese auf dem Seeweg heimbefördert wurden, von Deutschland große Passagierdampfer gestellt worden waren.

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