https://www.faz.net/-gpf-u9sy

Hintergrund : Ermittlungen gegen Siemens in Europa

  • Aktualisiert am

In Darmstadt stehen zwei ehemalige Siemens-Manager vor Gericht Bild: AP

In der Sparte Com soll über Jahre Schmiergeld unter anderem nach Saudi-Arabien und Nigeria geflossen sein. Die Zahlungen an den AUB-Gründer Schelsky sind Sache der Staatsanwaltschaft Nürnberg. Ein Korruptionsfall in Italien wird seit Mitte März in Darmstadt verhandelt.

          1 Min.

          Mit Korruptionsfällen von Siemens beschäftigen sich Staatsanwälte in mehreren europäischen Ländern. Nach Hinweisen aus der Schweiz hatten am 15. November des vergangenen Jahres in einer Großrazzia 250 Polizisten, Steuerfahnder und 23 Staatsanwälte Siemens-Standorte in München und Erlangen sowie in Österreich durchsucht.

          Es besteht der Verdacht, dass in der Kommunikationstechniksparte Com über Jahre Schmiergeld aus schwarzen Kassen, unter anderem nach Griechenland, Saudi-Arabien und Nigeria, geflossen ist. Verträge mit Vertriebsberatern könnten das Instrument gewesen sein.

          Siemens hat den Umfang zweifelhafter Beraterverträge auf 426 Millionen Euro beziffert. Zwischenzeitlich waren mehrere ehemalige Siemens-Mitarbeiter in Untersuchungshaft, darunter Thomas Ganswindt, der bis September 2006 im Zentralvorstand des Konzerns gewesen ist. Zu den Beschuldigten zählt die Münchner Staatsanwaltschaft auch den früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger.

          Schmiergeld für Enel-Mitarbeiter

          Zahlungen von Siemens an den Unternehmensberater Wilhelm Schelsky sind ein Fall für die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Der Verdacht besteht, dass Schelsky Millionenbeträge ohne Gegenleistung erhalten hat, um die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) zu fördern. Schelsky ist seit Mitte Februar in Untersuchungshaft, Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer, der 2001 den Vertrag mit Schelsky unterzeichnet hatte, seit Dienstag.

          Ein Korruptionsfall in Italien wird seit Mitte März vor dem Landgericht Darmstadt verhandelt. Angeklagt sind zwei ehemalige Manager der Kraftwerkssparte von Siemens, Andreas Kley und Horst Vigener. Beide haben gestanden, dass Mitarbeiter des italienischen Energiekonzerns Enel von 1999 bis 2002 rund sechs Millionen Euro Schmiergeld erhalten haben.

          Weitere Themen

          Der eigensinnige Kriegsherr

          Libyens Rebellenführer Haftar : Der eigensinnige Kriegsherr

          Die Bemühungen um Frieden in Libyen kreisen vor allem um Chalifa Haftar. Er gilt als ausgesprochen stur - sogar seinen Förderer Putin stieß er vor den Kopf. Auf Betreiben der Vereinigten Arabischen Emirate?

          Tesla oder Trinkwasser Video-Seite öffnen

          Demonstration in Grünheide : Tesla oder Trinkwasser

          Am Samstag kam es im Südosten Berlins erneut zu Demonstrationen von Gegnern des geplanten Tesla-Werks. Der US-amerikanische Elektroautobauer will in Grünheide in Brandenburg eine Fabrik errichten.

          Topmeldungen

          Libyens Rebellenführer Haftar : Der eigensinnige Kriegsherr

          Die Bemühungen um Frieden in Libyen kreisen vor allem um Chalifa Haftar. Er gilt als ausgesprochen stur - sogar seinen Förderer Putin stieß er vor den Kopf. Auf Betreiben der Vereinigten Arabischen Emirate?
          Die Bundesliga in Aktion: Die Medienpartner verlangen nach Spannung.

          TV-Vermarktung : Das Milliardenspiel der Topklubs

          Die deutschen Topklubs stehen vor der größten Auktion ihrer Geschichte. Die Vermarktung der Fernsehrechte spült ihnen Milliarden in die Kassen. Streaming-Dienste bringen sich in Position – und das Kartellamt ist alarmiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.