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Hintergrund : Demokratische Republik Kongo

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Skrupellose Bereicherung und Bürgerkrieg haben das drittgrößte Land Afrikas in den Ruin getrieben. Dabei ist die Demokratische Republik Kongo reich an Bodenschätzen.

          Die bis 1997 als Zaire bekannte Demokratische Republik Kongo wurde erst 1960 von ihrer ehemaligen Kolonialmacht Belgien in die Unabhängigkeit entlassen. Das 2,34 Millionen Quadratkilometer große Land liegt in Zentralafrika mit Grenzen zu Angola, Burundi, der Zentralafrikanischen Republik, der Republik Kongo, Ruanda, Sudan, Tansania, Uganda und Sambia. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Kinshasa.

          In dem Vielvölkerstaat Kongo leben nach Schätzungen der Vereinten Nationen vom vergangenen Jahr 57,5 Millionen Menschen, die mehr als 300 ethnischen Gruppen angehören. Ungefähr 95 Prozent der Bevölkerung sind Christen, zwei Prozent Muslime, andere sind Anhänger diverser Sekten oder einheimischer Glaubensüberlieferungen.

          Skrupellose Bereicherung

          Offizielle Amtssprache ist Französisch, in den verschiedenen Regionen wird aber auch eine Vielzahl afrikanischer Dialekte gesprochen.

          Das drittgrößte Land Afrikas, nach Sudan und Algerien, ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer und Diamanten. Ihr Abbau wird jedoch durch die schlechte Infrastruktur erheblich erschwert. Auch diverse Bürgerkriege und ethnische Auseinandersetzungen werfen das Land wirtschaftlich immer wieder zurück. Gehandelt wird mit Kaffee, Kakao, Gummi, Palmöl und Tee.

          Diktator Sese Seko Mobutu brachte die zairische Wirtschaft, die sich seit Beginn der achtziger Jahre in einer anhaltend tiefen Krise befand, durch seine skrupellose, persönliche Bereicherung zum Zusammenbruch. Die großzügige westliche Entwicklungshilfe transferierte er in die Schweiz, während ein Drittel der Bevölkerung weit unter der Armutsgrenze lebte. Im Mai 1997 floh Mobutu vor Aufständischen nach Marokko, wo er im September desselben Jahres starb.

          Fast uneingeschränkte Regierungsmacht

          Laurent-Desiré Kabila übernahm nach dem Sturz Mobutus die Macht. Kabila ernannte sich selbst zum Staatschef, versprach, mit seiner Übergangsregierung demokratische Reformen einzuleiten und gab sich per Dekret fast uneingeschränkte Regierungsvollmacht. Das Land kam dennoch nicht zur Ruhe.

          Im August 1998 begann ein neuer Bürgerkrieg. Kabilas Armee wurde von Einheiten aus Angola, Sudan, Simbawe, dem Tschad und Namibia unterstützt. Tutsi-Milizen kämpften mit Unterstützung regulärer Truppen aus Ruanda und Uganda gegen Kabila. Diverse Waffenstillstandsabkommen wurden gebrochen. Am 16. Januar 2001 wurde Präsident Laurent Kabila ermordet. Nachfolger wurde sein Sohn Joseph Kabila.

          Er schloß am 17. Dezember 2002 und am 2. April 2003 Friedens- und Machtteilungsabkommen mit den maßgeblichen Kriegsparteien und gesellschaftlichen Gruppen. Am 7. April 2003 wurde Joseph Kabila als Übergangspräsident vereidigt. Die wiederholt verschobene reguläre Präsidentenwahl, die erste Wahl im Kongo seit Jahrzehnten, wurde im Februar auf den 18. Juni festgelegt. Die Wahl soll auf Wunsch der Vereinten Nationen von einer Eingreiftruppe der Europäischen Union gesichert werden.

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