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Nowitschok-Kommentar : Kameraaugen in Großbritannien

  • -Aktualisiert am

Dieser Platz wird mit CCTV überwacht: Polizisten stehen nahe der Bank in Salisbury, wo Sergei Skripal und seine Tochter gefunden wurden. Bild: AFP

Wie hilfreich Überwachungskameras sein können, zeigen die Ermittlungen im Fall Skripal. Mit jedem Ermittlungsfortschritt wird es für die russische Regierung schwieriger, die verfolgte Unschuld zu geben.

          In Großbritannien muss man sich schon sehr anstrengen, wenn man den Überwachungskameras entgehen will. Das mag hierzulande manche erschrecken. Aber wie hilfreich es sein kann, zeigen die Ermittlungen im Vergiftungsfall Skripal. Wenn die Berichte britischer Medien zutreffen, ist es der Polizei gelungen, durch Auswertung von Überwachungsbildern diejenigen zu identifizieren, die den ehemaligen russischen Geheimdienstoffizier und dessen Tochter mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiften wollten.

          Es soll sich um Russen handeln. Das wäre, wenn sich alles bestätigt, ein weiterer Mosaikstein in dem Bild, das die Briten seit langem über den Anschlag verbreiten. London macht die russische Regierung für die Tat verantwortlich. Die dementiert zwar. Aber mit jedem Ermittlungsfortschritt wird es schwieriger, die verfolgte Unschuld zu geben. Auf alle Fälle gibt es keinen Anlass, die Aufhebung von Sanktionen gegen Russland zu erwägen. Zumindest Europa sollte sich in dieser Hinsicht einig sein. Welche Geistesblitze das Weiße Haus verbreitet, entzieht sich freilich jeder Kontrolle.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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