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CSU : Seehofers Flugangst

Horst Seehofer Bild: dpa

Merkel und Seehofer warten offenbar nur darauf, dass der jeweils andere endlich „weg“ ist. Dann ist die AfD aber immer noch da.

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          Horst Seehofer entwickelt sich zur Kassandra der Union. „Aus dem Sinkflug kann ein Sturzflug werden, kann auch ein Absturz werden“, sagte er nach den Wahlen, in denen die Schwesterpartei dem Sturzflug schon sehr nahe war. Wird die CSU mitgerissen, geht das - darüber sinniert Seehofer seit Beginn der Flüchtlingskrise - an ihre Existenzberechtigung. Merkel wischte das nun beiseite, weil sie ein „existentielles Problem der CDU“ nicht sehe - was auch gar nicht gemeint war. Seehofer geht es allein um die CSU, die eine rechte Partei neben sich nicht dulden kann, ohne ihren Status als „die“ Bayernpartei und damit alles zu gefährden - auch den Status der CDU als einzig verbliebener Volkspartei alten Stils.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Vor allem das Ergebnis in Baden-Württemberg wird die CSU deshalb das Fürchten gelehrt haben. So schnell kann aus einer Staatspartei eine Riege von Bruchpiloten werden. Seehofer wird auch nicht entgangen sein, dass die Stuttgarter CDU-Misere auf einem missratenen Führungswechsel beruht. Das ist lange her, macht die Sache aber deshalb nicht besser. Auch das gehört zur Flugangst Seehofers.

          CDU und CSU muss es außerdem zu denken geben, dass viele AfD-Wähler lieber die CSU als die AfD gewählt hätten. Eine bundesweite Ausdehnung der CSU, über die immer wieder spekuliert wird, könnte sich aber als Bumerang erweisen. Wer ist dann jeweils der politische Gegner? Und ist es so schwierig für die CDU geworden, einen „CSU-Flügel“ auch außerhalb Bayerns zu pflegen?

          Wenigstens in einem sind sich Merkel und Seehofer sehr einig: Jeder sieht im anderen den Grund für ein Erstarken der AfD. Jeder von beiden wartet deshalb offenbar nur darauf, dass der andere endlich „weg“ ist. Dann ist die AfD aber immer noch da.

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