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Kita-Schlichtung : Die Eltern sind bedient

Bild: dpa

Die Streiks sind ausgesetzt, nun steht die Schlichtung an: Nicht nur berufstätige Mütter und Väter atmen auf. Denn Gewerkschaften und die kommunalen Arbeitgeber behandeln den Kita-Tarifkonflikt nach dem Motto: Eltern haften für ihre Kinder.

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          Die Tarifpartner des Kita-Personals hatten es nicht gerade eilig, ihren Arbeitskampf beizulegen. Seit vier Wochen waren die kommunalen Betreuungseinrichtungen geschlossen, ohne dass es ernsthafte Verhandlungen gegeben hätte. Nur für die Familien, die ihre Kinder einer der vielen Kindertagesstätten anvertraut haben, die von einem freien Träger betrieben werden, ging das Leben weiter wie gehabt, nämlich vereinbar mit dem Beruf. Der Rest lebte im Ausnahmezustand oder, so geht es ja auch noch, mit dem Betreuungsgeld. Die Gewerkschaft Verdi und die kommunalen Arbeitgeber behandelten den Konflikt nach dem Motto: Eltern haften für ihre Kinder - und zahlen dafür auch noch Gebühren ohne Gegenleistung.

          Der Arbeitskampf der Erzieher und Erzieherinnen ist für die Kommunen ein gutes Beispiel dafür, wie gutgemeinte und allseits akzeptierte soziale Investitionen ein Ausmaß erreichen können, die niemand vorhergesehen hat und noch weniger finanzieren will. Welche Kosten der Anspruch mit sich bringt, eine flächendeckende Kinderbetreuung zu gewährleisten, die in vielen Fällen schon einem Familienersatz gleichkommt, wird erst jetzt so richtig klar. Die Nachfrage nach Personal lässt sich nicht mit Niedriglöhnen befriedigen, schon gar nicht, wenn gleichzeitig die Qualität der Betreuung verbessert werden soll. Verdi präsentiert jetzt die Rechnung: Bessere Qualität bedeutet Akademisierung, das wiederum eine höhere Tarifgruppe, und erst dann wird die Kita-Erziehung als Beruf so attraktiv, dass der Bedarf gedeckt und die flächendeckende Versorgung weiter ausgebaut werden kann. Das alles kostet Geld, von dem keiner weiß, woher es kommen soll.

          In den Kommunen wird der Ausgang der Schlichtung, die jetzt vereinbart wurde, die Zwei-Klassen-Wirtschaft befestigen, die es ohnehin schon gibt: Wohlhabende Kommunen werden sich das Ergebnis irgendwie schon leisten können, arme Kommunen hingegen werden weiter in die Abwärtsspirale getrieben. Doch wie schon die kommunalen Arbeitgeber und die Gewerkschaften wird sich auch der Staat sagen, dass es am Ende gefälligst die Eltern sind, die dafür zahlen können. Erstens durch die Kita-Gebühren, zweitens durch die Steuern, drittens durch das Studium, das sie ihren Kindern bezahlen, die schließlich schon im Vorschulalter einen Erzieher mit Bachelor-Abschluss hatten. Und viertens natürlich dadurch, dass beide Eltern arbeiten - müssen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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