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Handyverbot-Kommentar : Französisches Beispiel

  • -Aktualisiert am

Aufgepasst, nicht nur im Straßenverkehr! Handys und Smartphones werden auch in deutschen Schulen zu viel genutzt. Bild: dpa

Die neue Regelung in Frankreich, Smartphones und Tablets aus den Schulen zu verbannen, geht in die richtige Richtung. Denn Kinder, die den ganzen Vormittag sitzen, sollten sich wenigstens zwischendurch bewegen.

          Man kennt das Spiel aus deutschen Schulen. Kaum klingelt es zur Pause, stürmen die Schüler hinaus – und bleiben in Grüppchen mit gesenkten Köpfen stehen. Statt sich auszutoben, schauen sie auf den Bildschirm des coolsten Jungen, der schon das neue Spiel aufs neue Handy geladen hat. Und so soll eine Pause aussehen? Nein, Kinder, die den ganzen Vormittag sitzen, sollten sich wenigstens zwischendurch bewegen. Die neue Regelung in Frankreich, die alle internetfähigen Geräte wie Handys und Tablets in der Schule und außerhalb des Gebäudes verbietet, geht also in die richtige Richtung.

          Das hat nichts damit zu tun, dass die Digitalisierung vor Kindern haltmachen oder der selbstbestimmte Umgang mit den Geräten nicht eingeübt werden sollte – unter kontrollierten Bedingungen im Unterricht ist die Computernutzung natürlich in Ordnung. Aber in der Grundschule und der SekundarstufeI führen Handys dazu, dass sich Kinder schlechter konzentrieren können und sich weniger bewegen. Daher sollten die deutschen Kultusminister ernsthaft erwägen, dem französischen Beispiel zu folgen.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

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