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Hamburger Terroralarm : „Deutschland ist kein Ruheraum mehr“

  • Aktualisiert am

Das Hamburger Krankenhaus bleibt streng bewacht Bild: dpa/dpaweb

Nach dem Terroralarm von Hamburg haben mehrere Bundesländer ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Während das Bundeswehr-Krankenhaus abgeriegelt bleibt, verteidigt Hamburgs Innensenator Nockemann seine Strategie.

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          Nach den angeblichen Anschlagsdrohungen gegen das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg bleibt das Gelände um das Hospital vorerst abgesperrt. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in Hamburg mitteilte, ist die Lage unverändert. Im Umfeld des Krankenhauses im Stadtteil Wandsbek sei bisher nichts Verdächtiges und auch kein Sprengstoff gefunden worden. Auch Festnahmen habe es nicht gegeben. Weiterhin würden Fahrzeuge und Menschen in der Umgebung des Hospitals kontrolliert. Islamistische Terroristen sollen einen Anschlag auf das Krankenhaus geplant haben.

          Nockemann in der Defensive

          Der Hamburger Innensenator Dirk Nockemann (Partei Rechtsstaatliche Offensive) sagte, das Krankenhaus bleibe noch zwei bis drei Tage abgeriegelt. Er verteidigte sich gegen die Kritik von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). Er habe die Entscheidung zur Veröffentlichung der Bedrohung „nicht am grünen Tisch“ getroffen, sagte Nockemann. Vielmehr habe er sich von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes und von Terrorismus-Experten beraten lassen. Es gebe nach wie vor eine „außergewöhnliche Lage“, betonte Nockemann. Schily hatte die Bekanntgabe von ungesicherten Terror-Hinweisen am Dienstag abend scharf kritisiert.

          Wer rein will, muß sich kontrollieren lassen

          Zuvor war bekannt geworden, daß islamistische Terroristen nach Behördenangaben für Anfang 2004 Selbstmordanschläge mit Autobomben in Hamburg und im Großraum Frankfurt/Main geplant haben sollen. Ziele der Gruppe Ansar al Islam waren nach Darstellung von Nockemann das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg und der amerikanische Militärflughafen Rhein-Main. Den Tip habe ein amerikanischer Geheimdienst gegeben.

          Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sagte am Dienstag abend, es lägen „ungesicherte“ Hinweise vor, deren abschließende Bewertung noch nicht möglich sei. In Hamburg wurde zunächst kein Sprengstoff gefunden. Das amerikanische Militär teilte mit, gegen den militärischen Teil des Frankfurter Flughafens gebe es keine aktuelle Terrordrohung.

          In eigener Verantwortung Sicherheit verstärkt

          Der Hamburger Verfassungsschutz erklärte, für einen Anschlag in der Hansestadt sollten bereits mehrere Islamisten eingereist sein. Im Warnhinweis der amerikanischen Behörden seien die Namen von zwei mutmaßlichen Selbstmordattentätern genannt, sagte der Hamburger Verfassungsschutzchef Heino Vahldiek. Es werde jetzt versucht, sie zu identifizieren. Bei dem amerikanischen Nachrichtendienst soll es sich um die CIA handeln.

          Schily teilte in Berlin mit, es lägen Hinweise auf geplante Anschläge auf amerikanische Militäreinrichtungen in Deutschland und das Hamburger Bundeswehrkrankenhaus vor. „Zu bedauern ist, daß die Hinweise vorzeitig in die Öffentlichkeit gelangt sind, weil dadurch deren erfolgreiche Abklärung erschwert wird.“ Die Hamburger Innenbehörde habe in eigener Verantwortung die Sicherheitsmaßnahmen im Bereich des Krankenhauses verstärkt. Die Sicherheitsbehörden gingen den Hinweisen wie stets mit aller gebotenen Intensität nach.

          Großeinsatz der Polizei

          Nach dem Hinweis hatte die Hamburger Polizei am Nachmittag einen Großeinsatz ausgelöst, das Krankenhaus mit gepanzerten Fahrzeugen gesichert und mehrere Straßen abgesperrt. Das Gebäude sollte bis auf weiteres mit rund 100 Beamten gesichert werden. Der Krankenhausbetrieb ging während der Aktion weiter.

          Im Hamburger Bundeswehrkrankenhaus werden gegenwärtig keine amerikanischen Soldaten behandelt, sagte eine Polizeisprecherin. Es sei aber möglich, daß dort amerikanische Soldaten behandelt worden seien, die im Irak im Einsatz waren. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gab keine Stellungnahme ab, eben so wenig das Verteidigungsministerium.

          Ansar al Islam unter Verdacht

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