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Kommentar zum Hambacher Forst : Bäume und Menschen

Was für ein Glück, dass auf die Grünen derzeit die Sonne scheint. Aber wie lange trägt die Welle der Opposition? Die Partei sollte nämlich auch an die Menschen denken.

          Dem Hambacher Forst, der in den Augen vieler so schützenswert ist, wurde am Wochenende einiges zugemutet: Zehntausende Demonstranten zogen um die Bäume, und dann reisten auch noch achtzig Grünen-Delegierte an die Abbaukante, um ihren Parteitag abzuhalten. Sie tagten in einem Gebäude ohne Heizung und Strom. Was für ein Glück, dass auf die Grünen derzeit die Sonne scheint. Im gleißenden Licht fällt dann auch gar nicht so auf, dass die Partei erst vor zwei Jahren dem Kompromiss zugestimmt hat, der die Rodung des Hambacher Forsts vorsieht.

          Nun wärmt sich vor allem die Spitze der NRW-Grünen am gemeinschaftlichen Protest gegen die Abholzung des alten Waldes und gibt die Schuld an der vertrackten Lage dem Energieunternehmen RWE und der schwarz-gelben Landesregierung. Aber wie lange trägt die Welle der Opposition? Die Grünen sollten an die Bäume, aber auch an die Menschen denken: Wie kann der Übergang in die kohlefreie Zeit gestaltet werden in einer Region, die wirtschaftlich und emotional noch immer sehr an der Kohle hängt?

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

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