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Hackerangriff auf Regierung : Wie die Schlange vor dem Kaninchen

Offene Fragen: Armin Schuster nach der Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums Bild: AFP

Hacker einer Gruppe namens Snake sind in das Netz der Bundesregierung eingedrungen und wurden dabei von den Behörden beobachtet – bis jemand die ganze Sache ausplauderte. Eine Rekonstruktion.

          10 Min.

          Die Sache wurde von langer Hand geplant. Früh im vorigen Jahr begannen Angreifer eine Operation, die in Sicherheitskreisen als klassische Spionageoperation bezeichnet wird. Ganz vorsichtig, mit hohem technischen Knowhow, pirschten sich die Täter an das Computersystem der Bundesregierung heran. Es ging nicht um einen schnellen Coup, der für Verunsicherung sorgen sollte. Es wurden Strukturen aufgebaut, um Informationen systematisch und langfristig abzuschöpfen. Betroffen ist – zumindest in erster Linie – das Auswärtige Amt. Nicht das ganze Haus, sondern Teile. Welche, das ist bislang nicht mitgeteilt worden. Möglicherweise ist ein Verbindungsmann zum Verteidigungsministerium betroffen. Nicht aber das Verteidigungsministerium selbst. Das hat diese Zeitung aus mehreren Quellen erfahren.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Es war gegen Ende des vorigen Jahres, als die deutsche Seite der Operation auf die Spur kam. Ähnlich vorsichtig wie der Angreifer legten sich die Verantwortlichen elektronisch auf die Lauer. Das Ziel der Hacker war der Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB), die Herzkammer der Regierungsverwaltung. An das Netzwerk sind nicht nur das Bundeskanzleramt, ein Teil des Bundestags und alle Bundesministerien angeschlossen, sondern auch die Sicherheitsbehörden. Das macht es zu einem besonders begehrten Ziel von Spionen. Wem es gelingt, sich Zutritt zum IVBB zu verschaffen, der hat Einblick in die wichtigsten Bereiche des Regierungshandelns. Er kann E-Mails mitlesen, die zwischen den Ministerien ausgetauscht werden. Er kann sehen, wer welche Projekte vorantreibt, zum Beispiel welche Ausschreibungen ein Ministerium vornimmt. Und er kann beobachten, wer wen mit Schmutz bewirft. Solche Informationen sind besonders nützlich, um jemanden zu erpressen.

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