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Klimaschutzminister Habeck : Die Enttäuschung ist schon eingepreist

Robert Habeck spricht in München mit Demonstranten des BUND. Bild: BMWK/Butzmann

Einst war er der grüne Entertainer. Nun will Robert Habeck als Klimaminister das Land umgestalten. Doch dafür muss er auch seine eigene Klientel enttäuschen.

          6 Min.

          Als Robert Habeck in der vergangenen Woche das Bosch-Werk in Bamberg besucht, da weiß er nicht so recht, wie ihm geschieht. Der Wirtschafts- und Klimaminister hatte die Stadt, die von zahlreichen Zuliefererbetrieben für die Autoindustrie lebt, schon vor Jahren kennengelernt. Da war ihm geballte Skepsis entgegengeschlagen – gegenüber den erneuerbaren Energien und der E-Mobilität. Doch nun hört Habeck ein ganz neues Lied in dem Werk, in dem manche Mitarbeiter in dritter Generation Zündkerzen herstellen und der Großteil der Belegschaft seit jeher Technik für Dieselfahrzeuge fertigt. „Als Unternehmen haben wir uns mit Haut und Haaren dem Klimaschutz verschrieben“, sagt Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung, dem Minister aus Berlin. Betrieb und Produktion müssten klimaneutral werden, das sei „eine Riesenaufgabe“ für Bosch. „Die Firma tickt auf diesem Transformationsthema“, beteuert der Geschäftsführer, während im Hintergrund ein Schaubild gezeigt wird, über dem „Wir unterstützen die Erreichung der Pariser Klimaziele“ steht.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Da wird es dem Klimaminister etwas zu viel. „Sie müssen hier kein Feuerwerk abbrennen“, sagt Habeck und streckt sich etwas in seinem Fischgrätenanzug. „Ich weiß nicht, ob das jetzt gespielt war.“ Sicher, sagt der Geschäftsführer, das Unternehmen brauche eine Übergangszeit. Wenn der Wandel zu schnell komme, wenn der Diesel und der Benziner zu schnell aussortiert würden, „dann verlieren wir Mitarbeiter“. Denn die Arbeitsplätze von 3500 Männern und Frauen hängen allein am Diesel, das ist mehr als die Hälfte der Belegschaft in Bamberg.

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