F.A.Z.-Konferenz :
Guttenberg gesteht gravierende Fehler ein

Von Oliver Georgi, Berlin
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Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gesteht auf der Konferenz „Denk ich an Deutschland“ der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft und der F.A.Z. in Berlin Fehler ein.
Karl-Theodor zu Guttenberg blickt selbstkritisch auf seinen Rücktritt, er sei selbstverschuldet und von eigener Hybris verursacht worden. Auch über seine Rückkehr nach Deutschland spricht der ehemalige Verteidigungsminister – zuletzt hat ihn CSU-Chef Seehofer umworben.

Der frühere Bundeswirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat fünf Jahre nach seinem Rücktritt wegen der Plagiatsaffäre gravierende eigene Fehler eingestanden. Sein Sturz sei „abgründig selbst-verschuldet“ und von „eigener Hybris“ verursacht  gewesen, sagte zu Guttenberg am Freitag auf der Konferenz „Denk ich an Deutschland" der Alfred Herrhausen Gesellschaft und der F.A.Z. in Berlin.

„Ich habe lange gebraucht, um meine Eitelkeit zu überwinden", sagte der ehemalige CSU-Politiker, der seit seinem Sturz in den Vereinigten Staaten lebt. „Ich sah ein Land der maßlosen Kritiker und der Selbstgerechtigkeit, aber ich schämte mich auch und hatte plötzlich Angst, auch vor mir selbst. Heute weiß ich: Die Kritik war mehr als berechtigt.“

„Ich freue mich, ein Besucher in Deutschland sein zu können“

Fünf Jahre nach seinem Rücktritt sei er mit sich aber wieder im Reinen, so Guttenberg. „Meine Scham wird fortdauern, die Angst ist gewichen“, sagte er. „Sonst stünde ich heute nicht hier.“ Zu Guttenberg war zuletzt immer wieder von dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer für eine Rückkehr in die deutsche Politik umworben worden, hatte dem bislang aber immer eine Abfuhr erteilt.

Eine schnelle Rückkehr nach Deutschland schloss zu Guttenberg aus. „Ich freue mich, ein Besucher in Deutschland sein zu können“, sagte er. „Ich habe die wunderbare Erfahrung machen dürfen, den Blick mit Distanz auf meine Schwächen richten zu dürfen. Und ich habe Verantwortung für ein Unternehmen übernommen, was ich mittlerweile sehr gerne mache.“