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Guantánamo Bay : USA weisen Folter-Vorwürfe zurück

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Blind und taub - Taliban- und Al-Qaida-Gefangene auf Kuba Bild: AP

Die USA weisen Vorwürfe zurück, die Afghanistan-Gefangenen in Guantánamo Bay würden gefoltert. Die britische Regierung fordert Aufklärung.

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          Die USA haben Vorwürfe zurückgewiesen, die Gefangenen aus dem Afghanistan-Krieg würden in Guantánamo Bay auf Kuba gefoltert. Ein Militärsprecher sagte: „Ich würde das nicht als Folter bezeichnen, eher als eine angebrachte Sicherheitsmaßnahme.“ Auch der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wies die Anschuldigungen zurück.

          Die Haftbedingungen der in Guantánamo untergebrachten mutmaßlichen Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer hatten am Wochenende für Schlagzeilen in den britischen Medien gesorgt. Zeitungen und Fernsehsender veröffentlichten Fotos, die die Gefangenen kniend in Handschellen, Ohrenschützern und mit Masken über Mund und Nase zeigten. Die britische Regierung bat die Vereinigten Staaten um eine Erklärung für die Aufnahmen.

          Britische Regierung fordert Aufklärung

          Der britische Außenminister Jack Straw sagte am Sonntag, er habe die britischen Vertreter auf Guantánamo angewiesen, nähere Informationen zu den Umständen einzuholen, unter denen die Fotos entstanden waren. Großbritannien habe stets klargemacht, dass die Gefangenen menschlich und in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht behandelt werden müssten, erklärte Straw. Die USA betrachten die Häftlinge auf ihrem Stützpunkt Guantánamo auf Kuba nicht als Kriegsgefangene, sondern als „unrechtmäßige Kämpfer“ (“Unlawful Combatants“).

          Guantánamo Bay : Erste Al Qaida-Kämpfer auf Kuba angekommen

          Ein US-Militärsprecher sagte, die Bilder seien kurz nach der Ankunft der Gefangenen auf Guantánamo entstanden. An Bord eines C-141-Frachtflugzeugs werde es sehr kalt, daher hätten die Männer auf dem Flug von Afghanistan nach Kuba Mützen und Handschuhe getragen. Die zugeklebten Schutzbrillen, die auf den Fotos zu sehen sind, begründete der Militärsprecher mit Sicherheitsaspekten.

          Rumsfeld: Prozess vor "Militärkommissionen" möglich

          Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte vor Journalisten in Washington, die Vorwürfe stammten von Leuten, die keine ausreichenden Informationen über die Unterbringung der Gefangenen hätten. Der Minister deutete zudem an, dass den Inhaftierten wahrscheinlich vor „Militärkommissionen“ in Guantánamo der Prozess gemacht werden soll. Da Guantánamo nicht auf amerikanischem Boden liegt, hätten Verurteilte keine Möglichkeit, vor einem amerikanischen Gericht Berufung einzulegen.

          Schwede unter den Gefangenen

          Am Sonntag trafen weitere 34 Gefangene in Guantánamo Bay ein. Damit ist die Zahl der Internierten in dem Lager nach offiziellen Angaben auf 144 gestiegen. Unter den Gefangenen ist auch ein Schwede, der Mitglied des Terrornetzwerks Al Qaida sein soll. Die schwedische Außenministerin Anna Lindh sagte, Stockholm sei von den USA offiziell über die Gefangennahme des Mannes und seine Überführung nach Guantánamo informiert worden. Sie nannte kritisierte, dass die US-Behörden sich weigerten, die dort Internierten als Kriegsgefangene anzuerkennen.

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