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Grüne : Wachablösung links der Mitte

Vor mehrheitsfähiger Kulisse: Katharina Fegebank (Spitzenkandidatin in Hamburg) zwischen Robert Habeck und Annalena Baerbock. Bild: dpa

Die Grünen dürfen sich Hoffnung auf weitere Erfolge machen. Denn die SPD wird so schnell nicht wieder zu Kräften kommen. Nächste Station: Hamburg.

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          Die Grünen werden in diesem Jahr den Beweis erbringen müssen, dass sie auf der Welle der Zustimmung weiterreiten können, die sie im vergangenen Jahr getragen hat. Daran war sicher das Abgleiten der SPD beteiligt, insofern steht der grüne Weg unter einem guten Stern: Es sieht nicht danach aus, dass aus der SPD so schnell wieder eine ernstzunehmende Konkurrenz werden wird.

          In den Ländern mag es noch sozialdemokratische Leuchttürme geben. Aber wenn im Februar selbst in Hamburg der Bruch einer langen Hegemonie der SPD droht und die Grünen zur stärksten Kraft werden könnten, kündigt sich in der deutschen Parteienlandschaft wohl endgültig eine Wachablösung links der Mitte an.

          Wo diese Verschiebung ausgetragen und entschieden wird, zeigte die FDP auf ihrem Dreikönigstreffen und zeigen die Grünen auf ihrer Hamburger Klausurtagung: Klimapolitik ist schön und gut, aber die Masse der Wähler wird nur dort Vertrauen fassen, wo „Klima“ draufsteht, aber Wirtschaft drinsteckt.

          Können die Grünen auf diesem Gebiet weiter ideologischen Ballast abwerfen und Glaubwürdigkeit entwickeln, gewinnen sie nicht nur gegenüber der SPD, die alles, was immer sie anpackt, nur auf das Soziale und Sozialisierende reduziert. Auch die CDU wird, wie sie auf deprimierende Art demnächst in Hamburg im Schatten der Grünen wird erleben müssen, dann auf Dauer dort verharren, wo sie im vergangenen Jahr gelandet ist.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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