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Großbritannien : Labour-Abgeordnete nach Attentat gestorben

  • Aktualisiert am

Nach dem Tod von Jo Cox hängt über dem Parlament in London der Union Jack auf Halbmast. Bild: AFP

Die britische Parlamentsabgeordnete Jo Cox von der Labour-Partei erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die Politikerin war zuvor in der Nähe von Leeds angeschossen worden.

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          Die britische Parlamentsabgeordnete Jo Cox ist nach einem Angriff in ihrem nordenglischen Wahlkreis im Krankenhaus an ihren Verletzungen gestorben. Der Tod sei um 14.48 Uhr festgestellt worden, teilte die Polizeichefin von West Yorkshire mit. Die pro-europäische Labour-Politikerin war zuvor in der Nähe von Leeds angeschossen worden. Sie hatte in der Stadt Birstall in West Yorkshire eine Bürgersprechstunde abgehalten. Der Vorfall ereignete sich offenbar um die Mittagszeit im Anschluss auf der Straße. Die 41 Jahre alte Mutter zweier Kinder wurde direkt per Hubschrauber ins Krankenhaus nach Leeds geflogen. Auch ein 77 Jahre alter Mann wurde bei dem Angriff leicht verletzt.

          Kurz nach der Tat wurde ein 52 Jahre alter Mann nahe des Tatorts von Polizisten überwältigt und festgenommen. Von weiteren Tätern sei nicht auszugehen, hieß es. Die Zentralen der beiden Lager im EU-Referendum - "Britain stronger in Europe" und "Vote Leave" - setzten ihre Wahlkampfaktivitäten am Donnerstag aus.

          Britische Zeitungen und Fernsehsendern zufolge beobachteten Augenzeugen, wie ein Mann mehrere Schüsse auf Cox abfeuerte und anschließend mit einem Messer auf sie einstach. Über den Tathergang kursierten aber zunächst widersprüchliche Darstellungen. Ein Augenzeuge, der sich während des Vorfalls in einem Café in der Nähe des Tatorts befand, sagte der Nachrichtenagentur Press Association, Cox habe sich in ein Handgemenge zwischen zwei Männern eingemischt. Einer der Männer habe eine Schusswaffe gezückt und die Politikerin getroffen. Daraufhin sei sie zu Boden gegangen.

          Jo Cox wurde am Donnerstag ermordet. Bilderstrecke
          Jo Cox wurde am Donnerstag ermordet. :

          Ein anderer Zeuge hingegen schilderte dem „Guardian“, der Täter habe Cox attackiert, als sie auf die Straße trat. Daraufhin habe der andere Mann versucht, den Täter zu überwältigen.  Der Sender Sky News berichtete unter Berufung auf einen Augenzeugen, der Angreifer habe „Großbritannien zuerst" und „Vorrang für das Vereinigte Königreich" gerufen. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter tauchte ein Video auf, in dem ein anderer mutmaßlicher Zeuge dem widersprach.

          Cox war Vorsitzende der parlamentarischen Gruppe zu Syrien. Sie wurde 2015 ins britische Unterhaus gewählt und war vorher als Lokalpolitikern aktiv.

          Der Ehemann der Politikerin sagte in einem Statement: „Sie hätte sich jetzt vor allem zwei Dinge gewünscht. Erstens, dass unsere geliebten Kinder viel Liebe erfahren, und zweitens, dass wir uns alle zusammentun, um gegen den Hass zu kämpfen, der sie getötet hat. Hass hat keine Überzeugung, Ethnie oder Religion, er ist giftig.“

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