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Griechenland : Steinmeier verurteilt Schüsse auf das Haus des deutschen Botschafters

  • Aktualisiert am

Frank-Walter Steinmeier Bild: dpa

Außenminister Steinmeier verurteilt die Attacke auf den Wohnsitz des deutschen Botschafters in Griechenland scharf: Die Täter „werden die guten Beziehungen zwischen Deutschen und Griechen nicht kaputt machen“.

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          Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat den Anschlag auf die Residenz des deutschen Botschafters in Athen scharf verurteilt. „Das ist ein Vorfall, den wir sehr ernst nehmen. Nichts, aber auch gar nichts kann einen solchen Angriff auf einen
          Vertreter unseres Landes rechtfertigen“, teilte er in Berlin mit. Der Außenminister betonte, es werde den Tätern nicht gelingen, „die guten Beziehungen zwischen Deutschland und
          Griechenland und zwischen Deutschen und Griechen kaputt zu machen“.

          Regierungssprecher Steffen Seibert berichtete vor der Bundespressekonferenz, Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras habe wegen des Vorfalls mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefoniert. Die Bundesregierung wünsche Griechenland in den nächsten sechs Monaten eine gute EU-Präsidentschaft. Griechenland
          könne dabei mit der Unterstützung Deutschlands rechnen.

          1999 wurde die Residenz mit einer Panzerfaust beschossen

          Gegen 3:30 Uhr in der Nacht zum Montag schossen Unbekannte mit Kalaschnikow-Sturmgewehren auf die Residenz des deutschen Botschafters Wolfgang Dold im Athener Vorort Chalandri. Verletzte habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

          Der Polizeibeamte, der die Residenz bewache, habe von seiner Waffe wegen der gegenüber liegenden Wohnhäuser keinen Gebrauch gemacht, hieß es. Das Gebiet sei von der Polizei weiträumig abgesperrt worden. In den griechischen Medien ist die Rede von mindestens 50
          Patronenhülsen, die von der Polizei gefunden wurden. Sechs Personen sollen den Informationen nach festgenommen worden sein. Hinweise auf eine bestimmte Organisation lägen aber nicht vor.

          Insgesamt vier Täter sollen mit zwei Motorrädern gekommen sein. Sie hätten in die Luft und auf das Gebäude geschossen, das zahlreiche Einschusslöcher aufweise. Die Täter hätten es anscheinend bewusst vermieden, in die Richtung des Wächters zu schießen. Ministerpräsident Antonis Samaras und der Minister für öffentliche Ordnung, Nikos Dendias, sollen bereits mit Botschafter Dold telefoniert haben.

          Die deutsche Botschafterresidenz war bereits im Mai 1999 Ziel eines Terroranschlags gewesen. Damals war eine Panzerfaust auf das Haus abgefeuert worden. Zu dem Anschlag hatte sich die Untergrundorganisation „17. November“ bekannt. Die Gruppe war von 1975 bis zu ihrer Zerschlagung 2002 aktiv und bekannte sich zu 23 Morden und zahlreichen weiteren Anschlägen.

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