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Klimaschutz : Greta nervt mich

Greta Thunberg bei ihrer Wutrede in New York Bild: Reuters

Aber ich will es nicht wahrhaben. Schließlich hat sie Grund zur Wut. Alle Wissenschaftler sind sich einig, dass uns die Zeit davonläuft. Ein Bericht über ein widerstreitendes Gefühl.

          5 Min.

          How dare you. Wie könnt ihr es wagen. Viermal hat Greta Thunberg diese Worte ihren Zuhörern in New York vor die Füße gespuckt. Steif vor Verachtung. Zitternd vor Zorn. Schluchzend vor Verzweiflung. Die Szenen gingen um die Welt. So wie fast alles, was Greta tut und sagt. Aber diesmal war etwas anders. So aufgewühlt war sie noch nie. Und ich auch nicht. Aufgewühlt – und befremdet. Greta hat mich immer eingenommen mit ihrer sachlichen, besonnenen Art. Aber dieser emotionale Ausbruch: Was war das denn?

          Livia Gerster

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sofort wurde Howdareyou zum Hashtag, unter dem ihre Fans sie feierten, die Feinde sie verspotteten. Für die einen unnachgiebige Heldin, für die anderen pubertäres Gör. Aus Schweden gab es den Alternativen Nobelpreis, von Trump einen höhnischen Tweet. Die reaktionäre Internationale schrie hysterisch „Hysterie!“, Gretas Verteidiger badeten in Überlegenheit. Klar, dass ich die Hater hasse. Aber in den Jubel einstimmen gelingt mir auch nicht recht. Warum bloß?

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