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Grenzsicherung : Auf bebendem Boden

  • -Aktualisiert am

Vieles spricht dafür, dass sich die Bundeswehr mit Flugabwehrraketen vom Typ Patriot an der Sicherung der türkisch-syrischen Grenze beteiligen könnte. Damit würde Deutschland dem bebenden Boden des Nahost-Konflikts sehr nahe kommen.

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          Noch ist es nicht offiziell und vielleicht noch nicht einmal entschieden. Aber vieles spricht dafür, dass sich die Bundeswehr mit Flugabwehrraketen vom Typ Patriot an der Sicherung der türkisch-syrischen Grenze beteiligen könnte. Schon länger wünscht sich die Führung des durch den syrischen Bürgerkrieg stark belasteten Nato-Landes Türkei solche Hilfe. Nur die Vereinigten Staten, die Niederlande und Deutschland verfügen über die modernste Form der Patriot-Systeme.

          Es wäre kaum nachvollziehbar, wenn Berlin nicht mitmachen wollte, nicht nur wegen der gemeinsamen Nato-Mitgliedschaft, sondern auch wegen der engen Verbindung zur Türkei. Aber wenn es so weit kommt, dann muss die Bundesregierung in aller Offenheit sagen, was das bedeuten würde. Die Waffensysteme wären mit Bundeswehrsoldaten besetzt, sie würden nicht nur als politisches Signal stationiert, sondern militärisch voll eingesetzt. Das heißt, es kann dazu kommen, dass deutsche Soldaten syrische Raketen oder auch syrische Flugzeuge abschießen, die in den türkischen Luftraum einzudringen drohen.

          Der Einsatz in Afghanistan war und ist eine große Herausforderung für Politik und Streitkräfte in Deutschland. Er neigt sich langsam seinem Ende zu.

          Der Krisenraum, der an der türkisch-syrischen Grenze beginnt, ist noch mal von anderem Zuschnitt. Richtung Osten ist es nicht weit bis nach Iran. Und Richtung Süden taucht schon bald der gerade wieder mit aller Gewalt aufbrechende israelisch-palästinensische Konflikt auf.

          Patriot-Systeme an der türkisch-syrischen Grenze wären zwar von einer Einmischung Deutschlands in den israelisch-palästinensischen Krieg noch ein gutes Stück entfernt. Den bebenden Boden des Nahost-Konflikts würde Deutschland aber trotzdem betreten.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

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