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Glosse Politik : Stehaufmännchen

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kum. Berlusconis "Haus der Freiheit" sieht nach der jüngsten Abstimmung im italienischen Senat so aus wie die Flachbauten der Kabuler Vorstadt. Die Wiederholung des Versuchs, Prodis Mitte-links-Regierung in Bedrängnis zu bringen, ging schief.

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          kum. Berlusconis "Haus der Freiheit" sieht nach der jüngsten Abstimmung im italienischen Senat so aus wie die Flachbauten der Kabuler Vorstadt. Die Wiederholung des Versuchs, Prodis Mitte-links-Regierung in Bedrängnis zu bringen, ging schief. Das Thema Afghanistan eignete sich dazu weniger gut als das der Lebenspartnerschaften. Dabei hatte sich das ehemalige Regierungslager besonders verantwortungsvoll geben wollen: Ja zum Afghanistan-Einsatz, aber - unterfinanziert und unsicher, wie er nicht nur aus italienischer Sicht ist - so nicht. Glaubwürdig wäre das nur dann gewesen, wenn sich der Forza-Führer einer Regierungsmehrheit hätte sicher sein und aus einem vermeintlichen Abenteuer am Hindukusch ein solides Unternehmen hätte machen können. Davon ist Berlusconi nun weiter entfernt denn je, nachdem ihn die Christlichen Demokraten auf eine Weise im Stich gelassen haben, die einer Demütigung gleichkommt. Allerdings kann auch Prodi nicht frohlocken. Der Sieg trägt den Keim der Niederlage in sich. Sein stiller Partner in dieser Frage treibt die Fliehkräfte im eigenen Lager nur noch weiter an. Vorerst kämpft in Italien also Stehaufmännchen gegen Stehaufmännchen.

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