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Glosse Politik : Offene Feldschlacht

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G.H. Bei Licht betrachtet, war die Enthüllung über Seehofers Privatleben ein Schlag ins Wasser: Der Bloßgestellte ist politisch nicht erledigt, sondern putzmunter. Nun kann er sogar überall vorführen, dass er das Zeug dazu hat, Tiefschläge wegzustecken und angriffslustig zu bleiben.

          G.H. Bei Licht betrachtet, war die Enthüllung über Seehofers Privatleben ein Schlag ins Wasser: Der Bloßgestellte ist politisch nicht erledigt, sondern putzmunter. Nun kann er sogar überall vorführen, dass er das Zeug dazu hat, Tiefschläge wegzustecken und angriffslustig zu bleiben. Das hätte eigentlich wissen können, wer Seehofer 2004 und 2005 beobachtet hatte. Sehr genau hatte dies Stoiber getan und die richtigen Schlüsse gezogen: zunächst, als er den angeblich Erledigten zum Bundesminister machte, und jetzt, als er seinen eigenen Rückzug so terminierte, dass Seehofer ausreichend Zeit für seinen Kampf um den Parteivorsitz bleibt. Stoiber sieht seinen bis dahin engsten Gefährten Beckstein, Glück und Huber deren plötzliche Einigung auf seinen Sturz nicht nach. Jetzt kreist sogar die Vermutung, dass Glück allein in der Hoffnung dabei war, zum Kompromisskandidaten gekürt zu werden, falls sich die notorischen Rivalen Beckstein und Huber auch diesmal nicht einigen könnten. Im Vergleich zu ihrem Verfahren erscheint Seehofers Streben nach einer Parteitagsentscheidung als offene Feldschlacht. Schon Stoibers Mentor Strauß wusste: Wenn der letzte Knopf nicht passt, muss man das ganze Gewand neu knöpfen.

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