https://www.faz.net/-gpf-rdjv
 

Glosse Politik : Nachgedacht

  • Aktualisiert am

K.F. Man ist ja so dankbar: Es gibt tatsächlich einen Obereuropäer, der die Reflektionsphase nach dem Scheitern des Verfassungsvertrags in Frankreich und in den Niederlanden zum Nachdenken genutzt hat.

          1 Min.

          K.F. Man ist ja so dankbar: Es gibt tatsächlich einen Obereuropäer, der die Reflektionsphase nach dem Scheitern des Verfassungsvertrags in Frankreich und in den Niederlanden zum Nachdenken genutzt hat. Was der belgische Ministerpräsident Verhofstadt zur Therapie der daraus entstandenen Krise vorschlägt, die mit Uneinigkeit, Schwäche, Vertrauensverlust nur unzureichend beschrieben ist, läuft auf eine Mischung aus Kerneuropa und Differenzierung hinaus. Sein Kerneuropa ist das der Euro-Gruppe - wenn schon Kern, dann ist nur diese Formation realistisch. Sie soll die Vereinigten Staaten von Europa bilden, die von einer Organisation europäischer Staaten umgeben werden. Es läßt sich einiges gegen die Vorschläge des belgischen Liberalen einwenden: Sein unerschütterlicher Föderalismus etwa verkennt die demokratische Vitalität, die nach wie vor aus den Nationalstaaten erwächst, und er überschätzt die Integrationsbegeisterung der Europäer. Aber anderes sieht er nüchtern, richtig. Der Vorschlag eines äußeren Rings, in dem auch neue Mitglieder und Aspiranten Platz fänden, ist beachtenswert. Das Verdienstvolle an Verhofstadts Vorstoß liegt aber darin, daß er das Dahinsiechen des europäischen Projekts nicht einfach hinnimmt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Öffnung der Gastronomie : Als das Krisengefühl verschwand

          Früher galten die Deutschen als Stubenhocker. Doch in der Krise zeigt sich, was sonst nicht ins Bewusstsein dringt: Die Gastronomie ist systemrelevant wie kaum eine andere Branche. Seit wann ist das eigentlich so?

          Trump will G7 zu G11 erweitern : Eine neue Allianz gegen China?

          Russland reagiert zurückhaltend auf Trumps Vorstoß, die G7 zu erweitern. Australien, Indien und Südkorea zeigen sich offener – ohne Amerika wären sie Vasallenstaaten Chinas, warnt ein früherer Außenminister.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.