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Glosse Politik : Motivforschung

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K.F. Usama Bin Ladin ist nie der "Wahnsinnige" gewesen, als der er im Versuch der Motivforschung dargestellt worden ist. Mit dem Mittel des Terrors verfolgt er die geopolitischen Ziele eines expansiven Islamismus - und er achtet ...

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          K.F. Usama Bin Ladin ist nie der "Wahnsinnige" gewesen, als der er im Versuch der Motivforschung dargestellt worden ist. Mit dem Mittel des Terrors verfolgt er die geopolitischen Ziele eines expansiven Islamismus - und er achtet auf die Stimmungen und die politische Dynamik in westlichen wie in muslimischen Ländern (wo die Schlächtereien Zarqawis im Irak kaum mehr bemäntelt werden). Seine jüngste Botschaft an Amerika war eine doppelte; sie verband neue Drohungen mit einem "Waffenstillstandsangebot" (keinem Friedensangebot), wenn die amerikanischen Streitkräfte aus dem Irak und aus Afghanistan abziehen. Bin Ladin ist die amerikanische Debatte also vertraut. Aber selbst jene Amerikaner, welche Bushs Irak-Politik skeptisch beurteilen, werden nicht anbeißen; die Regierung läßt sich sowieso nicht beirren. Die Frage gilt nicht der Erfolgswahrscheinlichkeit seiner Offerte. Man möchte eher wissen, in welcher Verfassung er sie gemacht hat und ob er noch der strategische Kopf von Al Qaida ist. Ist Bin Ladins jüngstes Lebenszeichen schon an und für sich ein Triumph, oder ist er, was plausibler ist, in der Defensive und zunehmend isoliert?

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