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Glosse Politik : Komplizentum

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oe. Präsident Lula da Silva hat den Einsatz von Militär genehmigt, um den Gewaltexzessen krimineller Banden in Rio und São Paulo Einhalt zu gebieten. Erst unter dem Eindruck des Aufruhrs, der schon unzählige Todesopfer gefordert ...

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          oe. Präsident Lula da Silva hat den Einsatz von Militär genehmigt, um den Gewaltexzessen krimineller Banden in Rio und São Paulo Einhalt zu gebieten. Erst unter dem Eindruck des Aufruhrs, der schon unzählige Todesopfer gefordert hat, und drohender Einnahmeverluste im Tourismus scheint die Erkenntnis zu wachsen, dass nur mit dem Zusammenwirken aller staatlichen Sicherheitsorgane den Kriminellen das Handwerk zu legen ist. Eitelkeiten von Politikern, Kompetenzstreit und Wahlkampf haben bisher ein koordiniertes Vorgehen verhindert. Noch wichtiger als das spektakuläre Auftreten von Bundestruppen gegen das gemeine Verbrechen wäre ein entschlossenes Handeln der Politiker gegen die in Polizei und Justiz, vor allem jedoch in den eigenen Reihen verbreitete Korruption. Sie hat das öffentliche Leben so weit durchseucht, dass man oft schon von Komplizenschaft zwischen Politik und Kriminalität sprechen kann. In seiner zweiten Amtszeit muss Lula, der in seiner eigenen Umgebung mit schweren Korruptionsfällen konfrontiert war, zeigen, dass er zum Kampf gegen das Geschwür der Korruption entschlossen ist. Sonst hat er bald auch in den Augen der Bevölkerung verloren.

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