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Glosse Politik : Kinderkontrolle

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Mü. Es verstößt nicht gegen das Recht der Eltern, wenn der Staat zu Vorsorgeuntersuchungen der Kinder auffordert. Auch über ihre höchst privaten und natürlichen Pflichten wacht die Gemeinschaft. In einem freiheitlichen Gemeinwesen ...

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          Mü. Es verstößt nicht gegen das Recht der Eltern, wenn der Staat zu Vorsorgeuntersuchungen der Kinder auffordert. Auch über ihre höchst privaten und natürlichen Pflichten wacht die Gemeinschaft. In einem freiheitlichen Gemeinwesen darf der Staat jedoch nur in engen Grenzen in die Freiheit der Eltern eingreifen, denen man zunächst einmal unterstellen sollte, sie hätten für ihr Kind nur das Beste im Sinn. Schreckliche Fälle von Verwahrlosung zeigen aber, dass das nicht immer der Fall ist. Hessen will nun nach dem Hungertod eines kleinen Mädchens alle Eltern zur Vorsorge einladen. Kommt keine Antwort, sollen sich die Jugendämter einschalten. Voraussetzung dafür ist, dass alle Neugeborenen in einer Datei erfasst werden. Angesichts der Schutzbedürftigkeit von Kindern, die unter elterlicher Aufsicht zu verwahrlosen drohen, sind das keine unverhältnismäßigen Eingriffe. Auf der anderen Seite zögern manche Eltern schon heute, Kinder mit blauen Flecken einem Arzt vorzustellen, weil sie fürchten, der Misshandlung verdächtigt zu werden. Noch ist es nicht so weit, aber ein solches Klima fördert der Gesetzgeber, wenn er öffentlichkeitswirksame Einzelfälle zum Anlass für großflächige Überwachungen nimmt.

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