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Glosse Politik : Doppelt gespannte Burg

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bko. Es kommt eher selten vor, dass ein Staatspräsident einen Parteifreund ungern zum Regierungschef ernennt. Doch das kümmerte den Hausherrn der Prager Burg nicht. Václav Klaus sorgte in den vergangenen Wochen dafür, dass auch noch ...

          bko. Es kommt eher selten vor, dass ein Staatspräsident einen Parteifreund ungern zum Regierungschef ernennt. Doch das kümmerte den Hausherrn der Prager Burg nicht. Václav Klaus sorgte in den vergangenen Wochen dafür, dass auch noch im hintersten Winkel Mährens kein Zweifel an seinem Missvergnügen über das Kabinett Topolánek II aufkommen konnte. Schon als ODS-Vorsitzender macht es Topolánek seinem Vorgänger Klaus programmatisch nicht ganz recht. Aber auch als Ministerpräsident konnte er bei ihm bisher nicht punkten. Das zweite Kabinett, das er dem Präsidenten vorstellte, verfügt wieder nicht über eine Mehrheit im Parlament. Aus Klausens Sicht stellt das Bündnis der Bürgerlichen mit den Grünen eine Verschlechterung dar, politisch wie personell. Im Außenministerium sitzt abermals ein enger Vertrauter Havels, seines alten Gegenspielers. Doch noch hat das neue Kabinett die Vertrauensfrage nicht überstanden. Scheiterte Topolánek zum zweiten Male, dann wäre Klaus nicht nur ihn los, sondern auch noch den ungeliebten Fürsten im Czernin-Palais. Auf der Prager Burg wird man die Abstimmung im Parlament mit doppelter Spannung verfolgen.

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