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Glosse Politik : Der nächste Mord

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K.F. An einen Zufall kann man nicht glauben: Wenige Tage vor der Wahl eines neuen libanesischen Präsidenten wird ein maronitischer, antisyrischer Abgeordneter ermordet. Offenkundig soll die Wahl im Parlament sabotiert, soll die Krisenstimmung weiter angeheizt werden.

          K.F. An einen Zufall kann man nicht glauben: Wenige Tage vor der Wahl eines neuen libanesischen Präsidenten wird ein maronitischer, antisyrischer Abgeordneter ermordet. Offenkundig soll die Wahl im Parlament sabotiert, soll die Krisenstimmung weiter angeheizt werden. Die Regierung in Damaskus hat natürlich, wie bisher immer in Fällen dieser Art, das Verbrechen verurteilt und eine Beteiligung bestritten. Aber das ist pure Heuchelei. Seit dem Mord am ehemaligen Ministerpräsidenten Hariri im Februar 2005 ist ein halbes Dutzend Politiker und Journalisten umgebracht worden, die für ihre kritische Haltung gegenüber Syrien bekannt waren. Das Regime des Baschar Assad will es nicht hinnehmen, dass der Libanon seiner Kontrolle entgleitet; den Ruf nach Freiheit und Unabhängigkeit empfindet es als direkten Affront. Es gibt sogar Leute, die davon überzeugt sind, dass Damaskus eher auf den Golan verzichten würde als darauf, die Entwicklung im Libanon beeinflussen zu können. Jedenfalls will Syrien dort weiter kräftig mitmischen. Diesem Regime meinte die deutsche Entwicklungsministerin neulich mit 44 Millionen Euro helfen zu müssen. Es hat diese Hilfe nicht verdient. Der "Anreiz" war ein Skandal, in irgendeiner Form mäßigend wirkt er nicht.

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